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Verkehrsverein feiert 100. Geburtstag : Kassiert wird am Sonntagmorgen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der „Verkehrsverein Wapelfeld südlich der Au“ wird 100 Jahre alt. Das Jubiläum wird am Sonnabend, dem 24. August, im Dorfgemeinschaftshaus gefeiert. 1913 haben sieben Wapelfelder die Wassergenossenschaft gegründet.

shz.de von
erstellt am 20.Aug.2013 | 22:35 Uhr

Der „Verkehrsverein Wapelfeld südlich der Au“ wird 100 Jahre alt. Das Jubiläum wird am Sonnabend, dem 24. August, im Dorfgemeinschaftshaus gefeiert. Die 100-Jahr-Feier ist erst das zweite größere Fest der Vereinsgeschichte (nach der 90-Jahr-Feier von 2003), denn der Verkehrsverein ist kein Partyclub, sondern ein Zusammenschluss, der sich seit 100 Jahren um die Wasserversorgung derjenigen Wapelfelder kümmert, die „südlich der Au“ wohnen.

Gegründet wurde der Verein am 25. November 1913 als Wassergenossenschaft Wapelfeld. Sieben Gründungsmitglieder versammelten sich damals in der Gastwirtschaft Bünz. „Ziel der Genossenschaft war es, dass das Wasser künftig aus der Leitung kommen sollte“, erklärt der 1. Vorsitzende Jochen Stäcker, „bis dahin hatte ja jeder einen eigenen Brunnen, aus dem das Wasser mit Eimern in die Häuser transportiert werden musste.“

Im Frühjahr 1914 entstand das erste Wapelfelder Wasserwerk: ein Brunnen mit Vorratsbecken, Kolbenpumpe und Windmotor. Dank des natürlichen Gefälles konnte das Wasser drucklos durch die Leitungen laufen. „Erstmal wurden die sieben Gründungsmitglieder mit Wasser versorgt, später kamen dann nach und nach auch die anderen Haushalte auf unserer Seite der Au hinzu“, berichtet Stäcker. 1941 wurde eine elektrische Kolbenpumpe angeschafft, die den Windmotor ersetzte. „In den 50er- Jahren hat man dann angefangen, die Wasserleitungen mit PVC-Rohren zu erneuern“, weiß Hans Bölck, der 20 Jahre lang den Posten des stellvertretenden Vorsitzenden inne hatte (1993-2013).

Auf Anregung eines Rechtsanwalts erfolgte 1963 eine Umbenennung, die mit einer steuerrechtlich relevanten Neuorganisation verbunden war: Aus der Wassergenossenschaft Wapelfeld wurde der „Verkehrsverein Wapelfeld südlich der Au“. Als von 1980 bis 1982 die Bundesstraße 430 ausgebaut wurde, führte die Trasse so dicht am Wapelfelder Wasserwerk vorbei, dass ein neuer Standort für den Vorratsspeicher samt Pumpenanlage gefunden werden musste. Das neue Wasserwerk rückte 100 Meter weiter vom Dorf weg und liegt seitdem auf der anderen Seite der B 430. Nach einem Blitzeinschlag musste 2003 für 10 000 Euro ein neuer Brunnen gebohrt werden, und die nächste Großinvestition folgte prompt: eine Enteisenungsanlage, die 2005 für 19 000 Euro installiert wurde. „Der Kredit, den wir dafür aufnehmen mussten, ist mittlerweile abbezahlt“, vermerkt Stäcker und weist auf eine Besonderheit des Verkehrsvereins hin: „Die Gebühren werden seit der Gründerzeit persönlich eingesammelt, und zwar immer an einem Sonntagmorgen.“ Viermal im Jahr machen sich Stäcker und seine beiden Vorstandskollegen Barbara Westphal (Kassenwartin) und Thomas Sievers (neuer 2. Vorsitzender) sonntags auf dem Weg, um bei den 26 Mitglieds-Haushalten die Pauschalgebühren einzusammeln: sechs Euro pro Person (Kinder bis 15 Jahre die Hälfte). Das nächste Mal werden die Gebühreneintreiber des Verkehrsvereins Anfang Oktober durch den südlich der Au gelegenen Ortsteil ziehen. Extragebühren für das große Jubiläumsfest werden keine erhoben, versichert Stäcker. Die 100-Jahr-Feier des Verkehrsvereins beginnt am Sonnabend, dem 24. August, um 11 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus. „Alle, die Wasser von uns kriegen, sind dazu herzlich eingeladen, mit Kind und Kegel“, sagt Stäcker und kündigt eine Ehrung an: Hans Bölck soll für seine 20-jährige Vorstandstätigkeit einen Präsentkorb erhalten.

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