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Alt Duvenstedt : Kaserne: Bauarbeiten für Erstaufnahme-Einrichtung gestoppt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Im Moment gibt es keinen Bedarf an Erstaufnahme-Einrichtungen in Alt Duvenstedt. Wie es weitergeht, ist noch nicht klar.

shz.de von
erstellt am 13.Jan.2016 | 11:50 Uhr

Die Einrichtung einer Unterkunft für Flüchtlinge auf dem Gelände der Hugo-Junkers-Kaserne in Alt Duvenstedt wird zurzeit nicht weiter verfolgt. „Der Bedarf ist momentan nicht da“, teilte Innenminister Stefan Studt in einer Einwohnerversammlung am Dienstag mit. Aber das Kasernengelände gehöre zu den priorisierten Flächen, falls wieder mehr Flüchtlinge kommen, machte der Minister deutlich.

Das Abebben des Flüchtlingszustroms hatte sich vor Weihnachten bereits deutlich bemerkbar gemacht - auch am Flensburger Bahnhof. Als bekannt wurde, dass die dänische Regierung Passkontrollen wieder einführen würde, gab es Anfang des Jahres kaum noch Durchreisende – und die Zahl der Helfer ging parallel mit dieser Entwicklung ebenfalls zurück.

„Wenn, dann geht es ganz schnell“, sagte Stefan Studt. Der Leitende Polizeidirektor Thomas Schettler berichtete, dass in Schleswig-Holstein 15.000 Plätze in 13 Landesunterkünften zur Verfügung stehen, sechs weitere seien in Vorbereitung. Zurzeit seien 7000 Flüchtlinge dort untergebracht. „Wir haben noch Platz.“

Ob die Bauarbeiten in der Hugo-Junkers-Kaserne, die drei Kilometer vom Ortskern entfernt liegt, fortgesetzt werden, soll sich noch in dieser Woche in Gesprächen mit dem Finanzministerium klären. Nach bisherigen Planungen sollte ein zweistöckiges Containerdorf auf dem 5500 Quadratmeter großen Exerzierplatz errichtet werden. Die alte Sporthalle sollte als Speisesaal genutzt werden.

Schettler sagte, er gehe davon aus, dass die benötigte Infrastruktur jetzt nicht komplett fertig gestellt wird. Bei Bedarf könne das später geschehen. Für das Aufstellen der Container für 1500 Flüchtlinge benötige man eine bis drei Wochen. Falls die Entscheidung für einen Weiterbau in Alt Duvenstedt falle, werde dort eine Landesunterkunft entstehen, keine Erstaufnahmeeinrichtung, machte Studt deutlich. Hier würden Flüchtlinge bis zu sechs Wochen untergebracht. Dienststellen des Landesamtes für Ausländerangelegenheiten sowie der Polizei, ein Wachdienst und eine medizinische Versorgung seien vorgesehen. „Die Polizeipräsenz ist gesichert“, betonte Ulf Döhring, Leiter des Landesamtes für Ausländerangelegenheiten.

Es sei zwar nie konfliktfrei, wenn viele Menschen zusammen leben müssten, aber der Anstieg der Kriminalität habe nach bisherigen Kenntnissen keine besorgniserregenden Ausmaße angenommen. „Wir sagen den Flüchtlingen, was man hier tut und was nicht.“ Den 120 Besuchern der Versammlung versicherte er: „Sie können ganz beruhigt sein.“ Die Fragen der Einwohner zeigten deutlich, dass bei vielen als Folge der Vorkommnisse in der Silvesternacht in Köln und Hamburg Verunsicherung herrscht. „Kann ich noch allein im Wald spazieren gehen?“, fragte eine Einwohnerin. „Kann ich meine Tochter noch ohne Sorge joggen lassen?“, wollte eine Mutter wissen. Eine Einwohnerin forderte ein Konzept, um die Probleme, die durch die unterschiedlichen Welt- und Frauenbilder hervorgerufen werden, zu lösen.

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Bedarf für Erstaufnahme-Einrichtung in Alt Duvenstedt nicht vorhanden.

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