Owschlag-Norby : Karlsson sitzt wieder auf dem Dach

Winterstorch: Karlsson auf den Weideflächen der Familie Tams-Detlefsen in Owschlag.
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Winterstorch: Karlsson auf den Weideflächen der Familie Tams-Detlefsen in Owschlag.

Der Storch aus Owschlag-Norby ist vorzeitig aus seinem Winterquartier zurückgekehrt.

shz.de von
05. Januar 2015, 06:00 Uhr

Ute Tams-Detlefsen hatte keinen Zweifel: „Als ich am 8. Dezember aus dem Fenster schaute und sah, dass ein Storch im Nest saß, wusste ich gleich, Karlsson ist wieder da“. Seit etwa 20 Jahren kommen in jedem Sommer Störche auf den Hof des Milchviehbetriebes in Owschlag-Norby, doch noch nie hat einer überwintert.

Nach Rücksprache mit dem ehrenamtlichen Storchenbetreuer Jürgen Lustig fütterte Ute Tams-Detlefsen den Weißstorch zu. „Auf den überschwemmten Wiesen findet er zwar noch genug, doch wenn es richtig kalt wird, soll er daran gewöhnt sein, dass er hier Essen bekommt.“

Karlsson weiß das nette Angebot zu schätzen. Wenn Ute Tams-Detlefsen morgens die Ponys füttert, hat sie auch immer einige Happen für ihren langbeinigen Freund dabei. Sofort kommt Karlsson angeflogen und lässt die Landwirtin bis auf wenige Meter an sich heran. Kieler Sprotten oder Krabben – Karlsson ist kein Kostverächter. An diesem Morgen bekommt er Rinderhäppchen, gesponsert von Schlachter Jörg Schröder, eine besondere Delikatesse für Meister Adebar. Ob Katzenfutter, aufgetauter Fisch oder Hack, der Winterstorch hat einen großen Appetit und weiß die Abwechslung zu schätzen. „Ein Freund von uns ist im Angelverein und bringt häufiger Fisch vorbei und wir haben auch schon Spenden für Karlsson bekommen“, freut sich die Landwirtin über die Unterstützung.

Gerne helfen Fabian (7) und sein vierjähriger Bruder Bastian beim Füttern. „Auch wenn die Kinder rumtoben und spielen, juckt es Karlsson nicht. Nur wenn Fremde kommen, ist er scheu“, weiß Ute Tams-Detlefsen und erzählt: „Karlsson kam im letzten Jahr zum ersten Mal zu uns. Gemeinsam mit seiner Partnerin zog er drei Jungstörche hier auf. Häufig liefen die fünf Störche zwischen den Pferden auf der Koppel herum oder saßen auf dem Dach und beobachteten uns. Wir haben viel über Karlsson gelacht.“

Als ihn Ute Tams-Detlefsen über die winterliche Ankunft des Storches informierte, sei er gleich mit Spektiv und Fernglas vorbeigekommen, berichtet Storchenbetreuer Jürgen Lustig. Anhand der drei farbigen Ringe mit den Nummern 5, 8 und 6 habe er Karlsson zweifelsfrei identifizieren können. Karlsson sei 2004 in Schweden geschlüpft und per Hand aufgezogen worden. Dort wurde er 2011 ausgewildert. Später habe er zwei Jahre in Süddänemark gebrütet, bis es ihn im letzten Jahr nach Owschlag zog.

Am Ende des Sommers flog Karlsson weg. Warum er im Dezember wieder gekommen ist, kann Lustig nicht sagen. Vielleicht gefiel es ihm in Owschlag-Norby so gut, dass er unbedingt vor der Konkurrenz das Nest belegen wollte.

Der Storchenbetreuer bittet darum, falls weitere Neuankömmlinge gesichtet werden, dies den örtlichen Gebietsbetreuern mitzuteilen unter der Internetadresse http://stoercheimnorden.jimdo.com/.



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