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Sanierung in Rendsburg : Kanaltunnel-Zeitplan gerät ins Wanken

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Aus der Redaktion der Landeszeitung

Weitere Verzögerungen auf der Baustelle im Rendsburger Kanaltunnel: Die Sanierung kann bis Anfang 2016 wohl doch nicht abgeschlossen werden.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2014 | 09:34 Uhr

Rendsburg | Neue Hiobsbotschaft von der Kanaltunnel-Baustelle: Nach Informationen der Landeszeitung ist der Zeitplan zur Sanierung der beiden Tunnelröhren ins Wanken geraten. Experten, die ungenannt bleiben wollen, halten es für fraglich, dass die Bauarbeiten Anfang 2016 abgeschlossen werden können. Von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV), die für den Tunnel verantwortlich ist, war dazu gestern Abend keine offizielle Stellungnahme zu erhalten. Aus Kreisen der WSV hieß es jedoch, dass die zuständige Baufirma „den Bauzeitenplan aktualisiert“ habe. Dieser Plan soll seit gestern vorliegen.

Über die Gründe gibt es nur vage Informationen. Demnach seien unerwartete Komplikationen aufgetreten, „die sich nur schwer aufholen lassen“. Ebenso herrscht Unklarheit darüber, ob sich die Fertigstellung des Tunnels um Wochen oder um Monate verzögert. Eingeweihte rechnen damit, dass sich die WSV dazu am Freitag dieser Woche konkret äußern wird – allerdings zunächst unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Unserer Zeitung liegt ein Schreiben von Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, vor. Darin lädt er die Landräte, Bürgermeister und Wirtschaftsvertreter der Städte und Kreise am Kanal zum „WSV-Gesprächskreis Infrastruktur“ ein. Den Brief haben unter anderem Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Frank Nägele und Bürgermeister Pierre Gilgenast erhalten.

Zuletzt hatte sich die WSV vor den Sommerferien öffentlich zum weiteren zeitlichen Ablauf der Tunnelsanierung geäußert. Demnach sollte Ende des Jahres nach insgesamt zweieinhalbjähriger Bautätigkeit die östliche Röhre fertiggestellt und anschließend mit der Sanierung der Weströhre begonnen werden. Irritiert zeigten sich eingeweihte Kreise schon damals darüber, dass die Verantwortlichen für die Weströhre nur eine Bauzeit von knapp über einem Jahr veranschlagten. Die WSV hatte dies jedoch damit begründet, dass man aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre gelernt und den nächsten Bauabschnitt entsprechend zügiger abwickeln könnte.

Nicht jeder mochte das nachvollziehen. Wie aus einem internen Schreiben des Unternehmensverbandes Nord an seine Mitglieder hervorgeht, hatte Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich bereits vor zwei Monaten erhebliche Zweifel an der Zeitplanung angemeldet und die Firmen auf weitere Belastungen eingeschworen.

Denn die erheblichen Verkehrsbelastungen durch die Tunnelsanierung kosten die Wirtschaft in der Region Rendsburg nach Berechnungen des Unternehmensverbandes pro Tag 50 000 Euro. Dies hat Folgen über die Dauer der Bauarbeiten hinaus. Mehrere Firmen haben Investitionsentscheidungen überdacht oder sich für neue Standorte im südlichen Schleswig-Holstein und in Niedersachsen entschieden.

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