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Prüfung für Autofahrer : Kanaltunnel wird erst 2017 fertig

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Neue Vorschriften aus Berlin zwingen die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung zur Umplanung.

Die Sanierung des Kanaltunnels wird deutlich länger dauern als noch vor den Sommerferien angenommen. Sönke Meesenburg, Projektleiter der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung (WSV), bestätigte damit gestern ein Bericht der Landeszeitung. Als neuen Fertigstellungstermin nannte er das Jahr 2017 – auf einen konkreten Monat oder ein Quartal wollte er sich nicht festlegen. Bisher war die WSV davon ausgegangen, die Arbeiten Anfang 2016 abschließen zu können.

Als Grund für die Verzögerung um mindestens ein Jahr führte Meesenburg neue Vorschriften an, die bei Ausschreibung des Kanaltunnel-Arbeiten noch nicht bekannt waren. Konkret geht es um den Einbau von Schranken auf beiden Seiten des Tunnels. Diese „Überleitungseinrichtungen“ sollen bei einem Unfall oder Wartungsarbeiten in einer der beiden Röhren die Autos in die jeweils andere Röhre umleiten. Nach der Nivellierung der „Richtlinie für den passiven Schutz im Straßenverkehr“ durch das Bundesverkehrsministerium müssen diese Schrankenanlagen heute deutlich stabiler ausgelegt werden als früher. „Dies zwingt uns zum Einbau sehr massiver Fundamente“, so Meesenburg. Um die Fundamente gießen zu können, müssen die beiden Überholspuren direkt an der Mittelleitplanke gesperrt werden, was während des Einbaus eine völlig neue Verkehrsführung zur Folge hätte.

Die Arbeiten daran dürften bis Ende November / Anfang Dezember dauern und machen den gesamten bisherigen Zeitplan zur Makulatur. Eigentlich sollte in diesen Wochen mit der Asphaltierung der Oströhre begonnen werden. Das kann jetzt erst nach der Winterpause geschehen. Meesenburg geht von Anfang April aus. Mitte des Jahres 2015 wird dann die Oströhre fertig sein, anschließend wird mit der Sanierung der Weströhre begonnen. Nach den Erfahrungen mit den Unwägbarkeiten der ersten Röhre soll die Sanierung der zweiten deutlich schneller vonstatten gehen. Mit einer besseren Baukoordination und einem vorher ausformulierten Leistungskatalog, der alle bisher bekannten Probleme berücksichtigt, will die WSV einen Zwei-Schicht-Betrieb sicherstellen. Das sei bisher nur sporadisch möglich gewesen. „Wir mussten mehrfach auf Probleme reagieren, die vorher nicht bekannt waren. Das hat immer wieder neue Pläne und Nachverhandlungen mit den Firmen erfordert.“

Der Unternehmensverband Mittelholstein wertet den neuen Zeitplan für die Tunnelfertigstellung als „erheblichen Rückschlag für die Region“. Hauptgeschäftsführer Michael Thomas Fröhlich sagte, eine Verzögerung komme nicht gänzlich unerwartet, in diesem Ausmaß sei sie jedoch schockierend: „Umso stärker müssen jetzt unsere Anstrengungen sein, die von den Verkehrsproblemen betroffenen Unternehmen in der Region zu halten.“

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erstellt am 18.Sep.2014 | 06:00 Uhr

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