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Protest-Aktion : Kanaltunnel: Per Auto-Korso gegen die Bauverzögerung

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ab 13 Uhr regt sich Protest: Mit einem Autokorso und einer Menschenkette will der Unternehmensverband den Druck erhöhen.

Rendsburg | Der für heute geplante Autokorso-Protest des Unternehmensverbandes Mittelholstein (UVM) erfährt unerwartetet großen Zuspruch. Am Freitag wollen Autofahrer mit einem Hupkonzert gegen die Verzögerungen beim Bau des Rendsburger Kanaltunnels protestieren.

Anlass ist die angespannte Verkehrssituation in und um Rendsburg mit gleich mehreren defekten, verengten oder maroden Kanalquerungen. Wie der UVM am Donnerstag mitteilte, wollen sich nicht nur Unternehmen aus dem Wirtschaftsraum Rendsburg der Kolonne anschließen. Aus ganz Schleswig-Holstein haben sich Unterstützer angekündigt. Start ist um 13 Uhr am Paradeplatz.

Nicht nur Rendsburger wollen protestieren

Insbesondere die Neumünsteraner Wirtschaft beteilige sich an dem Protest, unter anderem die Firma Voigt Logistik. Als weitere Beispiele nannte ein Sprecher des Unternehmensverbandes das HanseWerk, die Sparkasse Mittelholstein, die Volks- und Raiffeisenbank und das Hobby-Wohnwagenwerk.

Am Tag vor dem Protestbeginn forderte UVM-Geschäftsführer Michael Thomas Fröhlich von der Kanalverwaltung erneut schnelles Handeln. Vor dem Hintergrund der bestenfalls 2019 abgeschlossenen Tunnelsanierung, des drohenden Abrisses der Rader Hochbrücke, der nicht mehr vorhandenen Kanalquerung durch die Schwebefähre und der Weigerung der Behörde, eine ständige Fährverbindung als Ersatz anzubieten, wachse das Unverständnis in der Wirtschaft, so Fröhlich. Allein für die Mitgliedsbetriebe des Unternehmensverbandes entstehe täglich ein wirtschaftlicher Schaden in Höhe von 60  000 Euro. Laut UVM entspricht das einer Gesamtsumme von 31 Millionen Euro, gerechnet vom ursprünglich geplanten Fertigstellungsdatum Ende 2013 an.

„Unsere kühnsten Erwartungen und Hoffnungen über den Grad der Beteiligung an der Protestaktion wurden übertroffen“, sagte Fröhlich. „Namhafte große und kleine Unternehmen werden mit Nachdruck ihre Verärgerung deutlich machen. Dabei gilt es insgesamt, Politik und Verwaltung wachzurütteln, damit dieser unhaltbare Zustand endlich aufhört.“ In jedem Fall müsste die Sanierung abgeschlossen werden, bevor der Abriss der Rader Hochbrücke beginne. Ferner müsse ein dauerhafter Ersatz-Fährverkehr für die ausgefallene Schwebefähre eingerichtet werden, um Berufspendlern und Schülern die Querung des Kanals zu ermöglichen. Fröhlich dazu weiter: „Wir unterstützen daher ausdrücklich und erklären uns solidarisch mit der Menschenkette, die von der Gemeinde Osterrönfeld, der Stadt Rendsburg und weiteren Initiatoren gebildet wird.“ Die Hand-in-Hand-Aktion soll ebenfalls am Freitag um 13 Uhr am Südufer des Kanals zwischen Eisenbahnhochbrücke und Fußgängertunnel starten.

Wasser- und Schifffahrtsamt will Protestnote entgegennehmen

Unterdessen meldete sich die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung wegen der Demonstrationen zu Wort. „Wir respektieren die Protestaktionen und bieten den verantwortlich Beteiligten den Dialog an“, erklärte Karsten Thode, Dezernatsleiter Regionales Management bei der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt. „Deshalb werden wir die in Verbindung mit dem Autokorso angekündigte Protestnote entgegennehmen und die Initiatoren beider Protestaktionen zum Gespräch einladen.“ Die Arbeiten in der Oströhre des Kanaltunnels liefen auf Hochtouren. Man sei auf der Zielgeraden, betonte Thode. „Ziel es ist, die Oströhre im Laufe des Sommers für den Verkehr freizugeben.“

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