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Landeszeitung

16. Dezember 2017 | 16:25 Uhr

Verkehr : Kanaltunnel nun doch 2016 fertig?

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Staatssekretär im Dobrindt-Ministerium stellt schnelleren Abschluss der Sanierung in Aussicht. Eine Delegation aus dem Kreis zu Besuch in Berlin.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will den Kanaltunnel schneller sanieren lassen als zuletzt vorgesehen. So plant der CSU-Politiker, den Tunnel nun nicht erst 2017, sondern bereits 2016 wieder komplett neu zu eröffnen. „Wir wollen die Oströhre Mitte 2015 wieder für den Verkehr freigeben – und wir haben das ehrgeizige Ziel, in 2016 die Weströhre fertigzustellen“, sagte Dobrindts Staatssekretär Enak Ferlemann gestern in Berlin nach einem Treffen mit Vertretern aus Wirtschaft und Politik der Region Rendsburg. Die schnellere Modernisierung der Weströhre werde möglich sein, weil man aus den Erfahrungen der schleppend verlaufenden Oströhren-Sanierung lernen könne.

Gleichzeitig versprach Ferlemann der Rendsburger Delegation um Bürgermeister Pierre Gilgenast, Landrat Rolf-Oliver Schwemer und Michael Thomas Fröhlich, Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Mittelholstein (UVM), einen zentralen Ansprechpartner im Ministerium für die Tunnelbaustelle zu benennen. „Ich bin zwar über diesen Wunsch etwas erstaunt, weil ich glaube, dass wir vor Ort gut aufgestellt sind“, sagte Ferlemann. „Aber ich habe das trotzdem gerne zugesagt.“ Schwemer zeigte sich zufrieden: „Das sind erfreuliche Nachrichten“, so der Landrat, „ich halte das für ambitioniert, aber es ist auch erfreulich, dass sich das Verkehrsministerium ambitionierte Ziele setzt“.

Bürgermeister Gilgenast nannte die in Aussicht gestellte beschleunigte Sanierung „die Botschaft des Tages“. UVM-Chef Fröhlich war ebenfalls erfreut: „Meine Zuversicht, dass sich Investitionen in den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein lohnen, ist nach dem heutigen Gespräch deutlich höher als zuvor.“

Die Rendsburger Abordnung mahnte in Berlin außerdem einen schnellen Ersatzbau für die bröckelnde Rader A7-Hochbrücke an, die voraussichtlich nur noch elfeinhalb Jahre hält. Darauf drängt auch Christdemokrat Ferlemann: „Wir haben das Land Schleswig-Holstein beauftragt, unverzüglich mit den Planungen für einen Ersatzbau zu beginnen“, sagte er. Es gehe allerdings nur um einen „1-zu-1-Ersatz“, nicht um mehr. So lehne der Bund den von Landes-Verkehrsminister Reinhard Meyer geforderten kombinierten Tunnel für Straße und Schiene ebenso ab wie einen von der Landes-CDU ins Spiel gebrachten sechs- statt vierspurigen Neubau. „Wir bleiben bei vier Streifen“, so Ferlemann. Gleichzeitig sagte er zu, dass es während des Baus nicht zu Engpässen bei der Fahrt über den Kanal kommen solle. Meyers Staatssekretär Frank Nägele verkündete gegenüber der Landeszeitung, das Land wolle den Ersatzbau für die Rader Hochbrücke „zu einem Modellprojekt für kostenpräzises und schnelles Bauen“ machen. Um sicherzustellen, dass der Ersatz rechtzeitig steht, will Meyer die neue Kanalquerung nicht von seiner unter besetzten Planungsabteilung im Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr vorbereiten lassen, sondern von der staatlichen Planungsgesellschaft Deges, die auch schon den jüngst begonnenen Ausbau der A 7 geplant hat. Nägele: „Der Dienstleistungsvertrag wird gerade in den letzten Details abgestimmt.“

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