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Brief an die Kanzlerin : „Kanaltunnel könnte Thema am Kabinettstisch werden“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Bürgermeister Gilgenast ist erfreut über Vorstoß von Ministerpräsident Albig und Minister Meyer in Berlin.

Ministerpräsident Torsten Albig macht in Sachen Kanaltunnel bei der Bundeskanzlerin Druck und sein Wirtschaftsminister Reinhard Meyer gleichzeitig beim Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt – aus Sicht von Bürgermeister Pierre Gilgenast sind das gute Nachrichten. Die schleppende Sanierung des Verkehrsnadelöhrs unter dem Nord-Ostsee-Kanal könnte nun zum Thema am Kabinettstisch von Angela Merkel werden, sagte er gestern Abend gegenüber der Landeszeitung.

Albig hatte der Kanzlerin am Rande des Energiegipfels in Berlin ein Schreiben überreicht, in dem er auf die Tunnelproblematik aufmerksam macht. Gilgenast begrüßte diesen Vorstoß. Er äußerte die Hoffnung, dass sich dadurch auf der Dauerbaustelle endlich etwas bewegt. Zunächst müsse das Verfahren zur Sanierung des Kanaltunnels gründlich überprüft werden. „Wir müssen Ursachenforschung betreiben, um zu verhindern, dass sich bei der Sanierung der Weströhre die gleichen Fehler wiederholen.“ Dass es sich bei Albigs Initiative lediglich um einen PR-Gag handeln könnte, glaubte Gilgenast nicht. Berlin müsse begreifen, dass die Probleme mit den Kanalquerungen von überregionaler Bedeutung seien. „Wir sind das Verkehrsdrehkreuz im Norden und das Bindeglied zu Skandinavien.“ Gilgenast äußerte zugleich scharfe Kritik an der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. Das Vertrauen in diese Bundesbehörde sei in Mitleidenschaft gezogen worden. Alle Versprechungen seien nicht eingehalten worden.

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer formuliert es in seinem von Gilgenast angeregten Brief an Bundesverkehrsminister Dobrindt etwas diplomatischer: „2012 begann eine Kette von Verzögerungen, die leider bis heute anhält.“ Die Autofahrer würden seit längerem auf eine sehr harte Geduldsprobe gestellt. Erschwerend kämen notwendige Sanierungsarbeiten auf und an der Rader Hochbrücke hinzu. Besonders ärgerlich für den regionalen Verkehr sei zudem, dass die Schwebefähre seit einer Havarie am 8. Januar nicht mehr in Betrieb ist. „Sie ist für Schüler, Berufspendler, ältere Menschen und natürlich auch für Touristen eine wichtige Verbindung über den Nord-Ostsee-Kanal“, so Meyer weiter. Bund und Land müssten gemeinsam eine Lösung dafür finden, wie die Verkehrsprobleme in der Region Rendsburg zügig gelöst werden könnten.

Unterdessen formiert sich der Protest. Am Freitag, 3. Juni, 13 Uhr, startet ab Paradeplatz ein Autocorso, den der Unternehmensverband Mittelholstein organisiert hat. Die voraussichtlich mehrere hundert Meter lange Kolonne steuert den Betriebshof des Wasser- und Schifffahrtsamtes an der Blenkinsopstraße an. Dort soll eine offizielle Protestnote übergeben werden. Bürgermeister Gilgenast, sein Osterrönfelder Amtskollege Bernd Sienknecht und Kreiskulturbeauftragter Reinhard Frank rufen zudem zur Teilnahme an einer Menschenkette auf, die die Eisenbahnhochbrücke mit dem Fußgängertunnel verbinden soll. Beginn der Aktion ist ebenfalls um 13 Uhr. Treffpunkt ist der südliche Anleger der Schwebefähre.

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erstellt am 01.Jun.2016 | 06:00 Uhr

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