Kanaltunnel: Behörde hält an Zeitplan fest

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Wasser- und Schifffahrtsamt will 2016 fertig sein

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24. Juli 2014, 11:09 Uhr

Trotz allem regiert die Zuversicht: Die Sanierung des Kanaltunnels beziehungsweise deren Fortschritt ist in jüngerer Vergangenheit kein wirklicher Leckerbissen auf den Tagesordnungen der Ausschüsse. Dessen war sich am Mittwochabend auch Sönke Meesenburg bewusst. „Ich weiß, dass ich häufig nur über Sauerbier reden kann“, sagte der Leiter der Planungsgruppe für den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals bei der zuständigen Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. Er stellte den Mitgliedern des Regionalentwicklungsausschusses des Kreises Rendsburg-Eckernförde den Sachstand vor. Kernaussage: Die Fertigstellung der Arbeiten soll weiterhin im Jahr 2016 gelingen.

Dabei von Nutzen sein sollen die Probleme, die während der aktuell noch laufenden Arbeiten in der Oströhre auftraten. „Das waren Dinge, die uns überrascht haben, weil sie nicht im Bestandsplan auftauchten“, erklärte Meesenburg. Unter anderem seien bei der Errichtung des Tunnels zwischen 1957 und 1961 die Fahrbahnen mittels einer Lorenbahn betoniert und die Schienen für die Bahn letztlich einfach mit in den frischen Beton geworfen worden. „Solche Dinge haben uns massiv Zeit gekostet“ – unter anderem, weil die Verträge mit der Arbeitsgemeinschaft jedes Mal angepasst werden mussten. „Die baubetriebliche Optimierung spielt eine große Rolle, war aber oft nicht möglich, weil nicht genau klar war, welche Leistungen zu erbringen waren.“ Die Erfahrungen aus der Oströhre sollen nun auch in die Arbeiten in und an der Weströhre einfließen. Die Vertragsgespräche sind angelaufen, damit bereits im vorhinein Klarheit herrscht. „Mit der Weströhre werden wir schneller fertig sein als mit der Oströhre“, erklärte Meesenburg, der auf Nachfrage von Armin Rösener (Grüne) jedoch nicht ausschließen wollte, dass es auch weitere Überraschungen geben könne. Der Ausschuss-Vorsitzende Tim Albrecht (CDU) hatte es letztlich bereits vor den Ausführungen Meesenburgs auf den Punkt gebracht: „Wir hoffen wohl alle, dass wir das Thema Kanaltunnel so bald wie möglich ad acta legen können.“

Vom Abschluss der Arbeiten am Tunnel ist auch ein weiteres Verkehrsprojekt direkt abhängig. Denn derzeit sehen die Planungen des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr (LBV) immer noch vor, dass die marode Eiderbrücke im weiteren Verlauf der B 77 erst dann ersetzt werden kann, wenn das Nadelöhr am Kanaltunnel beseitigt ist. Wann genau das sein wird, steht ebenso wenig fest wie die Verkehrsführung über eine notwendige provisorische Eider-Querung. Matthias Paraknewitz von der Rendsburger LBV-Niederlassung betont: „Die Entscheidungsprozesse sind noch nicht abgeschlossen, da die Auswirkungen und Betroffenheiten der verkehrlichen Belange noch nicht vollständig zusammengetragen und nicht mit allen abschließend diskutiert worden sind.“

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