Kanalausbau beginnt am Flemhuder See

An dem Gewässer wird ein zentraler Materiallagerplatz errichtet / Erholungsgebiet weiter nutzbar

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29. Januar 2015, 13:33 Uhr

Der Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals wirft seine Schatten voraus: Derzeit werden Bäume und Büsche gerodet, damit das Wasser- und Schifffahrtsamt eine Fläche westlich des Flemhuder Sees als Lagerplatz für Baumaterial nutzen kann. Sie liegt zwischen dem Gewässer und dem Ort Groß Nordsee und wird durch eine neue Zufahrtsstraße mit der Autobahn 210 verbunden.

„Wir wollen die Fläche als eine Art Logistik-Zentrum für den Ausbau der Oststrecke des Nord-Ostsee-Kanals nutzen“, erklärte Bauleiter Niels Böge auf Nachfrage der Landeszeitung. Dort sollen Materialien wie Schüttsteine und Baumstümpfe zwischengelagert werden. Die Fläche liege günstig, weil der See per Schiff über den Kanal erreichbar ist. Auf diese Weise könne das Material auf dem Wasser an- und abtransportiert werden, ohne Straßen und Wege mit Baustellenverkehr zu belasten.

Dennoch wird eine neue Zufahrtsstraße gebaut, damit die Fläche auch über Land von der A210 aus erreichbar ist. Die neue Straße wird dazu mit dem Strohweg verbunden. Laut Niels Böge sollen darüber jedoch keine schweren Transporte erfolgen.

Der Bau der neuen Straße von rund 1500 Metern Länge beginne im März. „Im September soll sie nutzbar sein“, sagte Böge. Sie werde nur an den Einfahrten asphaltiert. Die Strecke durch die Spülfelder westlich des Sees werde mit natürlichen Materialien befestigt, um die ökologisch wertvolle Fläche nicht zu versiegeln. Zudem werde im See ein 200 Meter langer Schiffsanleger gebaut, dazu sind dem Bauleiter zufolge Baggerarbeiten im Wasser nötig. Insgesamt rechnet er mit einer Dauer von zwei Jahren. „Wir müssen auf Brut- und Laichzeiten Rücksicht nehmen, deshalb dauert der Bau recht lange“, sagte Böge.

Anwohner müssen werktags mit Baulärm rechnen. Nachts und am Wochenende ruhen die Bauarbeiten jedoch, teilt das Wasser- und Schifffahrtsamt mit. Das Naherholungsgebiet rund um den Flemhuder See wird jedoch weiterhin erreichbar sein, so Böge. Der Campingplatz und die Angelstellen bleiben offen. Auch die Wanderwege bleiben weiterhin nutzbar. Einige Verbindungen werden zwar gesperrt, aber: „Alternativstrecken werden wir gesondert beschildern“, heißt es in einem Faltblatt des Amtes für Anwohner.

Die Oststrecke wird zwischen Kiel und Königsförde begradigt und von 44 auf 70 Meter verbreitert, damit größere Schiffe künftig besser und rascher als bisher durch den Kanal kommen.

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