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Hanerau-Hademarschen : Kanalarbeiter gründeten die SPD

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Ortsverein Hademarschen feiert das 100-jährige Bestehen mit Ministerpräsident Torsten Albig. Festvortrag von Fritz Barnstedt.

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 08:26 Uhr

HANERAU-HADEMARSCHEN | Mit einer Jubiläumsveranstaltung feierte der SPD-Ortsverein Hademarschen am Mittwoch sein 100-jähriges Bestehen. Neben vielen Gästen aus Wirtschaft, Politik und Kultur, den Bürgermeistern der Nachbargemeinden sowie zahlreichen Vertretern ortsansässiger Vereine und Verbände konnte Jörg Hommel, Vorsitzender des Hademarscher SPD-Ortsvereins, auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig als Ehrengast begrüßen.

"Ich bin stolz, Vorsitzender dieses Ortsvereins zu sein", eröffnete Hommel den Abend im Saal von Struves Gasthof und erklärte, dass sich der Verein all die Jahre sozial und gerecht für die Interessen eingesetzt habe und das auch künftig tun werde. Doch ohne die Unterstützung durch den Vorstand und die Mitglieder wären es keine 100 Jahre geworden, betonte Hommel und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit über all die Jahre.

"Eine lange Zeit mit einer mehr oder weniger erfolgreichen Geschichte", blickte Museumsleiter Fritz Barnstedt zurück. 1913 von Kanalarbeitern in Grünental gegründet, durchlebte der Ortsverein die bewegte Zeit der beiden Weltkriege, überstand gute und schlechte Zeiten mit Vorsitzenden und Mitgliedern, die mit ihren Ideen und ihrer engagierten Arbeit das Ortsleben prägten. Auch die 1926 von Oldenbüttler Kanalarbeitern erstellte Gewerkschaftsfahne, die Ende der 1970er Jahre an den Hademarscher Ortsverein übergeben wurde, überstand die Zeit bis heute und ist im Museum ausgestellt. "Vorstand und Mitglieder haben in fast drei Jahrzehnten immer zusammengearbeitet, die Mitglieder wurden in Entscheidungen mit eingebezogen, deswegen war das Verhältnis ein persönliches und vertrauenvolles. Damals bestimmten noch die Mitglieder wo es lang geht. Heute kümmert man sich nicht mehr darum und macht weiter", sagte Barnstedt. Er kritisierte, dass man sich in den letzten zehn Jahren auf Kommunalpolitik beschränkt habe, ohne die Mitglieder: "Die Partei in Schleswig-Holstein hat sich zu einer Funktionärspartei entwickelt, wo die Meinung der Mitglieder keine große Rolle mehr spielt. Das kann eigentlich nicht das Zukunftssystem unserer SPD sein", mahnte Barnstedt.

Die Kritik Barnstedts griff Torsten Albig auf und forderte mehr Aufmerksamkeit für die politische Arbeit der Menschen in den Parteien vor Ort. "Sie sorgen dafür, dass das Leben hier besser wird. Sie überlegen, wie man das Leben und die Bildung verbessern kann und sie tun es nicht als Partei, sondern als Menschen, die hinter ihrer Partei stehen", sagte Albig. Schon vor 100 Jahren hätten sich die Menschen über ihre eigenen Interessen gestellt, sich sogar mit ihrer politischen Arbeit in Lebensgefahr gebracht. "Warum tun Menschen so etwas? Weil sie merken, dass es etwas gibt, das nach ihrer Ansicht falsch läuft. Sie wollen das nicht akzeptieren und ihren Teil dazu beitragen, dass es anders wird. Wir sollten diese Feier zum Anlass nehmen und uns bewusst werden, was es für tolle Menschen in allen Parteien gibt, die sich für ihre Gemeinschaft einsetzen und daran arbeiten, dass die Situation vor Ort besser wird. Sie sind der Kit, der die Gesellschaft zusammenhält", so Albig. Leider werde diese Arbeit auch in den Medien viel zu wenig gewürdigt. Er wünsche sich, dass die Volksparteien von jungen Menschen eingerannt würden, die wieder miteinander reden, zusammenkommen und auch streiten. Sich einzubringen koste Mühe und Arbeit, das sei vor 100 Jahren schon so gewesen und habe sich nicht geändert. Das sich die Mühe lohne, bewiesen auch hier in Hademarschen die Menschen, die sich mit viel Herzblut für ihren Ort einbrächten. "Unsere Aufgabe besteht darin, dass in 100 Jahren auch noch diese Gewerkschaftsfahne zum Jubiläum aufgestellt wird", schloss Albig seine Rede.

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