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Ruderrennen auf dem NOK : Kanal-Cup – „Das ist die Hölle mal sieben“

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Kanal-Cup gilt als härtestes Ruderrennen der Welt. 12,7 Kilometer müssen die Teams auf dem Nord-Ostsee-Kanal zurücklegen. Heute (15.05 bis 16.15 Uhr live in der ARD) kämpfen die Achter um den Sieg.

Hamburg/Rendsburg | Den ersten Prestigeerfolg hat der Deutschland-Achter bereits eingefahren. Der Vize-Weltmeister gewann gestern Nachmittag den Eon Hanse Alstercup der Ruderer auf der Hamburger Binnenalster. Im Finale auf der 270-Meter-Distanz bezwang das deutsche Boot den WM-Dritten Polen mit 0,28 Sekunden Vorsprung.

In Eric Johannesen, Felix Wimberger, Richard Schmidt, Felix Drahotta und Malte Jakschik waren fünf Ruderer sowie Steuermann Martin Sauer von der WM-Crew an Bord. Der Rendsburger Lauritz Schoof, Olympiasieger mit dem Doppelvierer in London, Richard Bensmann aus dem U23-Achter und Toni Seifert aus dem Vierer ohne Steuermann hatten das Team komplettiert. „Ich dachte eigentlich, die physisch sehr starken Polen würden gewinnen, weil wir drei Umbesetzungen aus zeitlichen Gründen hatten“, sagte Bundestrainer Ralf Holtmeyer. „Aber es hat überraschend gut geklappt, und wir sind sehr zufrieden.“ Das deutsche Paradeboot hatte sich mit der zweitschnellsten Zeit direkt für das Halbfinale qualifiziert. Hier traf das Flaggschiff vom Deutschen Ruder-Verband (DRV) auf die USA, gegen die sich die Gastgeber mit einer Bugspitze Vorsprung durchsetzten.

Heute sind keine Sprinterqualitäten gefragt, sondern Ausdauer und Wettkampfhärte. Beim 14. Eon Hanse Cup geht es für die Achter aus Deutschland, Polen, den USA, Holland und Frankreich über 12,7 Kilometer auf dem Nord-Ostsee-Kanal von Breiholz nach Rendsburg. Der Kanal-Cup gilt nicht umsonst als das härteste Ruderrennen der Welt. „Die rund dreizehn Kilometer sind die Hölle mal sieben. Denn auf den ersten Kilometern fährst du so lange einen harten Bord-an-Bord-Kampf mit den anderen Booten, bis alle anderen zurückgefallen sind“, graust es Felix Drahotta schon etwas vor dem Start. Der 25-Jährige weiß, wovon er spricht, schließlich saß er schon dreimal bei dem Großereignis im Deutschland-Achter. Rund 40 Minuten lang müssen die Athleten an ihre Belastungsgrenze gehen. „Das ist brutal.“ Und dennoch freut sich Drahotta auf das spektakuläre Rennen, das mehrere zehntausend Fans auf beiden Seiten des Kanals verfolgen: „Das ist eine beeindruckende Veranstaltung. Als Sportler ist es schön zu sehen, wie viele Menschen sich für den Rudersport begeistern und mitfiebern.“ Und auch Martin Sauer blickt dem Rennen erwartungsvoll entgegen: „Wir fahren immer gerne nach Rendsburg. Gerade nach der WM in Holland sind wir froh, auf heimischen Gewässern rudern zu können, und hoffen auf ähnlich gute Unterstützung der Zuschauer wie in den Jahren vorher.“

Mit Sauer an den Steuerseilen hat das Großboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) bereits vier Mal auf dem Nord-Ostsee-Kanal gewonnen. Sieg Nummer fünf soll für Sauer heute folgen. „In diesem Jahr wird es aber ein besonders harter Kampf“, sagt der 31-Jährige mit dem Blick auf die Meldeliste. „Das ist eines der stärksten Starterfelder seit Jahren. Nicht nur die Nationen sind stark, auch die einzelnen Ruderer sind bekannte Größen. Außenseiter sind wir in Rendsburg nie, aber diesmal auch kein Topfavorit. Denn die anderen kommen mit ihren Topleuten. Das ist eine große Herausforderung.“

Der WM-Dritte Polen und der WM-Vierte USA dürften die härtesten Gegner für Seriensieger Deutschland werden. Doch auch Holland ist nicht zu unterschätzen. Denn nach dem enttäuschenden achten Platz bei der Heim-WM will die ruderbegeisterte Nation nicht die nächste Blamage erleben und hat das Personal für den Kanal-Cup kräftig durchgewechselt. So sitzen heute unter anderem Boaz Meylink, Kaj Hendriks, Mechiel Versluis und Robert Luecken mit an den Riemen. Jene vier Herren holten im vergangenen Jahr den WM-Titel im Vierer ohne Steuermann und gelten als die besten Ruderer ihres Landes. „Der holländische Achter, der in Rendsburg startet, ist definitiv stärker als der, der in Amsterdam auf dem Wasser war“, sagt Wolfgang Berndt nicht ohne Stolz. Dem sportlichen Leiter des Kanal-Cups ist es wieder einmal gelungen, die Topnationen und ihre Athleten nach Rendsburg zu locken. „Die Ruderer kommen gerne, weil hier Sport auf höchstem Niveau geboten wird und die Athleten im Mittelpunkt stehen. Hier werden sie wie Popstars behandelt“, so Berndt.

Doch nicht nur das unterstreicht den Stellenwert der Veranstaltung. In diesem Jahr berichtet die ARD mehr als eine Stunde lang von dem Rennen. Und das zur besten Sendezeit von 15.05 Uhr bis 16.15 Uhr. Berndt: „Im vergangenen Jahr hatten wir sehr gute Einschaltquoten. Das hat die ARD honoriert. So eine lange TV-Zeit ist außergewöhnlich.“

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erstellt am 14.Sep.2014 | 10:21 Uhr

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