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Kiel-Gaarden : Kampf um bessere Luft in der Bahnhofstraße

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

In Kiel-Gaarden herrscht nach wie vor dicke Luft: Obwohl die Bahnhofstraße zur Einbahnstraße umfunktioniert wurde, liegen dort die Stickstoffdioxidwerte über den zulässigen 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft.

shz.de von
erstellt am 03.Sep.2013 | 00:35 Uhr

Die Stadt hatte sich von der geänderten Verkehrsführung Besserung versprochen: Die Sörensenstraße wurde stadteinwärts und die Bahnhofstraße stadtauswärts versuchsweise in Einbahnstraßen umgewandelt. Seitdem ist das Fahrzeugaufkommen in der Bahnhofstraße um 25 Prozent zurückgegangen. Die Stickoxide haben sich jedoch nur verringert, weil die Messstation wegen eines neuen Parkstreifens auf die andere Straßenseite versetzt werden musste. „Wir wissen aber, dass am alten Standort die Werte in etwa so hoch sind wie vorher“, erklärte gestern ein Experte des Umweltministeriums. Und: Der Verkehr insgesamt nahm zwar ab, der Anteil der „stinkenden“ Laster aber deutlich zu .

Weil Geschäftsleute – darunter ein Supermarkt – wegen der geänderten Verkehrsreglung Nachteile in Kauf nehmen müssen, gab es bereits Streit. Ortsbeiratsmitglieder forderten den Rückbau und beriefen sich vergebens auf das Versprechen der Verwaltung, die Einbahnstraßenregelung nur versuchsweise einzuführen.

Die Bahnhofstraße ist keine Bundesstraße, leitet aber durch die Ausschilderung den Verkehr von den Oslofähren und aus dem Ostuferhafen auf die die Autobahnen ab. Zählungen hatten schon 2008 ergeben, dass stadtauswärts das Verkehrsaufkommen höher war als stadteinwärts. Trotzdem wurde die Straße stadtauswärts zu Einbahnstraße gemacht. Auch dass in der beidseitig mit hohen Wohnhäusern bebauten Straße erhöhte Emissionswerte anfallen, weil es bergauf geht, nahme die Verwaltung in Kauf.

Die EU macht jetzt Druck. Sie hat zwar Ende März für Kiel und die ebenfalls betroffenen Städte Ratzeburg und Itzehoe Übergangsfristen einmalig verlängert, verlangt aber, den Luftreinhalteplan fortgeschrieben um die Grenzwerte spätestens 2015 einzuhalten. Dafür soll jetzt auf der Bahnhofstraße ein neuer Belag ausprobiert werden, der von sich aus Stickoxide abbaut. Auch der Theodor-Heuß-Ring gerät ins Visier der Kontrolleure. Hier hat man jahrelang nur niedrige Werte gemessen, durch die Umsetzung des Messcontainers auf die andere Straßenseite sind die Werte jedoch „explodiert“ und liegen jetzt höher als in der Bahnhofstraße. Fahrverbote drohen zunächst aber nicht, erklärte dazu ein Sprecher des EU-Umweltkommissars Janez Potocnik bei der Verlängerung der Übergangsfrist.

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