zur Navigation springen

Nortorf : Kampf gegen das ungeliebte Kraut

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Jakobskreuzkraut entzweit die Gemüter. Viele Wiesen im Amt Nortorfer Land sind mit dem Jakobskraut übersät. Während einige die Pflanze am liebsten vernichten möchten, halten andere die Befürchtungen für übertrieben.

Sie kann für Tiere leberschädigend, krebsauslösend und tödlich sein, eine schleichende Vergiftung über Jahre ist möglich, über Honig oder Milch kann auch der Mensch betroffen sein – die Rede ist vom Jakobskreuzkraut. Auch im Amt Nortorfer Land ist das Kraut weit verbreitet. Wer sich beispielsweise auf der L 49 zwischen Nortorf und Langwedel fortbewegt, dem dürfte das Jakobskraut bereits ins Auge gefallen sein. Am Straßenrand und Knicks blüht das gelbleuchtende Kraut derzeit auf Hochtouren.

Dabei bemüht sich Uwe Schulz vom Amt Nortorfer Land regelmäßig um die Beseitigung. Wenn sich ein Bürger beschwert, wird sofort bei den Besitzern angerufen. „Aber es besteht nun mal keine gesetzliche Verpflichtung, das Kraut zu entfernen“, betont Schulz. Nicht nur am Straßenrand, auch auf vielen Wiesen blüht das Jakobskraut. Darunter zählen auch Flächen der Stiftung Naturschutz. „Wir gehen damit sehr differenziert um“, erklärt Thomas Voigt, „es hängt vor allem damit zusammen, wer betroffen ist“, so der Pressesprecher der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Generell sei es eine heimische Pflanze, die vor noch nicht allzu langer Zeit als Rarität galt. „Mittlerweile ist sie aber in Teilen eher zu einer Plage geworden, vor allem für Tierhalter“, so Voigt weiter. Die Stiftung Naturschutz nehme zuerst die betroffene Stelle vor Ort in Augenschein und entscheide dann, die weitergehende Vorgehensweise. Sind benachbart Tiere vorhanden, wird ein flacher Streifen gemäht, teilweise aber auch ganze Flächen. Wird die Grenze landwirtschaftlich genutzt, müsse meistens nicht eingegriffen werden, da die gespritzten Stoffe der Landwirte die Beseitigung automatisch übernehmen, berichtet Voigt. Auch die sogenannten Jakobskrautbären-Raupen, die sich auf Greiskräuter, insbesondere auf das Jakobskraut, spezialisiert haben, können teilweise sogar eine ganze Blühfläche des Krauts ausrotten.

Westlich der Olendieksau und dem Moorweg in Langwedel habe die Stiftung Naturschutz bereits kleinere Flächen behandeln müssen. Östlich der Stiftungsfläche hingegen sei bislang kein Eingriff notwendig gewesen, erklärt Voigt. Die Stiftung Naturschutz folgt dabei den Vorgaben des Landes Schleswig-Holstein, die auch in der Broschüre „Umgang mit Jakobs-Kreuzkraut: Meiden–Dulden – Bekämpfen“ erläutert ist.

Für Imker oder verängstige Bürger hat die Stiftung ein sogenanntes Imker-Telefon eingerichtet. Hans-Heinrich Büller vom Imkerverein Nortorfer Land sagte auf Nachfrage: „Bei unseren Imkern im Amt sind bislang keine Probleme aufgetaucht.“ Die Bienen fänden Jakobskraut ohnehin uninteressant, lediglich dann, wenn im Sommerloch nach der Rapsblüte, weit und breit keine anderen Möglichkeiten vorhanden seien, würden die Bienen auf Jakobskraut zurückgreifen, erklärt Büller. „Dort, wo es in großen Mengen auftaucht, sollte es vernichtet werden, aber in kleinen Mengen ist das sowieso kein Problem.“

Warum sich die Pflanze weiter so schlagartig verbreitet und wie sie sich dauerhaft entfernen lässt, darüber gebe es noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, erklärt die Sitftung Naturschutz. „Nicht nur wir, auch alle anderen Betroffenden stehen der Sache ziemlich ohnmächtig gegenüber“, betont Thomas Voigt, „dagegen ist kein Kraut gewachsen.“

 

 

 

 

 

 

zur Startseite

von
erstellt am 04.Aug.2014 | 11:27 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen