Arche Warder : Kampf der wilden Wikinger

Angriff der Wikinger: Die Nordmänner liefern sich bis Sonntag jeden Nachmittag eine Schlacht mit den christianisierten Einheimischen.
1 von 2
Angriff der Wikinger: Die Nordmänner liefern sich bis Sonntag jeden Nachmittag eine Schlacht mit den christianisierten Einheimischen.

Noch bis Sonntag viele Mitmach-Aktivitäten beim Mittelalterfest im Tierpark Arche Warder.

shz.de von
16. Mai 2015, 06:00 Uhr

Die Wikinger haben es wieder nicht geschafft, die Christianisierung Mittelholsteins zu verhindern. Zwei Dutzend Wikinger-Darsteller aus ganz Norddeutschland haben derzeit ihre Zelte im Tierpark Arche Warder aufgeschlagen, um mit ihren Vorführungen zum „Mittelalter live“-Programm beizutragen. Auch heute und morgen (jeweils ab 10 Uhr) haben Besucher noch die Möglichkeit, den großen Mittelalter-Markt mit seinen vielen Mitmach-Aktivitäten zu besuchen.

Das Kommando bei der wilden Wikingerhorde hat Markus Sölter. „Heute hat die christliche Fraktion gewonnen“, bedauerte der Sehestedter, nachdem seine Mannen von der Sippe „Isarnho“ bei der ersten Show-Schlacht gegen die Einheimischen den Kürzeren gezogen hatten: „Der Ausgang unserer Schaukämpfe ist vorher nicht festgelegt.“ Die Zelte der Wikinger stehen direkt neben der Weide, auf der tagsüber die Poitou-Hengstfohlen „Felix“ und „Fridolin“ umhertollen. „Das Ambiente hier in der Arche Warder ist 1a“, vermerkte Sölter, der als Wikinger unter dem Namen „Marks Rodenak Tyrson“ in die Schlacht zieht, „der Tierpark mit seinen alten Haustierrassen passt wunderbar zu unserer Darstellung des Wikingerlebens im 9. Jahrhundert.“

„Das Konzept des Tierparks ist sensationell“, befand auch Heiko Schulze, „so ein lebendiger Genpool der Nutztierrassen ist genau die richtige Idee.“ Der Henstedt-Ulzburger ist Chef der Schule für mittelalterlichen Schwertschaukampf, die mit 80 Aktiven, 27 Zelten und sechs Sonnensegeln zum Mittelalter-Markt in der Arche Warder angerückt ist. „Mit unseren Shows wollen wir den Tierpark noch attraktiver machen, um die Leute auf diese Weise zum Herkommen zu animieren“, sagte Schulze, „unsere Vorführungen sollen spektakulär und sensationell aussehen – die Sicherheit hat bei alldem aber absoluten Vorrang.“ Die Schwerter sind stumpf und auch nie scharf gewesen. „Das sind Sportgeräte, keine Waffen“, betonte Schulze. Die Sportschwerter sind den sogenannten „Anderthalbhändern“ nachempfunden, die im Spätmittelalter (12. bis 14. Jahrhundert) ihre Blütezeit hatten. „Schwertschaukampf ist ein Sport, wo man körperlich komplett gefordert ist“, erklärte Peter Kankelfitz.

„Nirgendwo hab‘ ich so eine tolle Gemeinschaft kennengelernt wir hier in unserem Zeltdorf“, berichtete Bettina Becker. „Wir pflegen hier ein sehr ursprüngliches und intensives Zusammenleben“, ergänzte Schulze, „alle bringen ihre Familien mit, und so entwickeln sich viele Freundschaften.“ Die Schule für Schwertschaukampf will am Pfingst-Wochenende auch beim „Mittelalterlich Phantasie Spectaculum“ (MPS) in Hohenwestedt mitmischen. Im Gegensatz zu den Wikingern von der Sippe „Isarnho“. „Wir legen großen Wert auf eine authentische Darstellung des Wikingerlebens“, sagte Markus Sölter, „das unterscheidet uns vom Phantasie-Spektakel .“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen