zur Navigation springen

Bogenschiessen : Kahllund nimmt Rio ins Visier

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Florian Kahllund vom SSC Fockbek hat sich für die Hallen-WM der Bogenschützen in Ankara Anfang März qualifiziert. Ein Start bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro ist das große Saisonziel des 22-Jährigen.

shz.de von
erstellt am 14.Jan.2016 | 06:01 Uhr

Der ganz große Druck ist erst einmal weg, Florian Kahllund kann die kommenden Tage in Vittel genießen. Hier im bekannten Heilbad im Nordosten Frankreichs hat sich seit dem vergangenen Sonntag die deutsche Elite der Bogenschützen versammelt, um die Teilnehmer für die Hallen-Weltmeisterschaften Anfang März in Ankara (Türkei) zu ermitteln. Kahllund hat sich am Dienstag durch einen zweiten Platz in der internen Ausscheidung das Ticket für die internationalen Titelkämpfe gesichert. Lediglich Carlo Schmitz (Herne) schoss im Finale noch besser als der 22-jährige Fockbeker. Als Dritter der Qualifikation komplettiert Florian Floto (Querum) das deutsche Team in der türkischen Hauptstadt.

Bis zum Wochenende bleiben die Athleten noch in Vittel. Neben viel Freizeit mit einigen touristischen Ausflügen steht auch intensives Training auf dem Programm. Im Centre de Préparation Omnisports finden die deutschen Schützen dafür beste Bedingungen vor. „In dieser Halle können wir auch auf 70 Meter entfernte Scheiben wie im Freien schießen. Das wäre in Deutschland sonst nur im Leistungszentrum in Kienbaum möglich. Doch da müssten wir uns die Halle mit Leichtathleten teilen. Und auf bewegliche Ziele wollen wir nicht schießen“, erklärt Kahllund mit einem Augenzwinkern. Die Tage in Vittel will der amtierende Europameister nutzen, um an seiner Schusstechnik zu feilen. Der Bewegungsablauf stimme im Großen und Ganzen, so Kahllund, lediglich an kleinen Stellschrauben müsse noch gedreht werden. Und die Sicherheit für die Freiluftsaison will er sich hier in der Halle holen. „In dieser abgeschirmten Umgebung ist es einfacher, die Zehn zu treffen, weil man keinen Einfluss durch den Wind hat.“ Derzeit schießt der Student aus 70 Metern Entfernung 22 von 30 Pfeilen genau in die Mitte der 1,22 Meter großen Scheibe. Kahllund: „Ich merke, dass ich über Weihnachten nicht ganz so viel trainiert habe. Wenn ich gut drauf bin, komme ich auf einen Schnitt von 25 Pfeilen. Da will ich wieder hin.“

Auf die Kurzdistanz – bei Hallen-Wettbewerben wird aus 18 Metern Entfernung geschossen, die Scheibe ist entsprechend kleiner – hat der Fockbeker seine Sicherheit bereits gefunden. „Das lief schon ganz gut“, sagt Kahllund mit Blick auf seine Schießergebnisse bei der internen Qualifikation, fügt im gleichen Atemzug allerdings an: „Es ist noch Luft nach oben, aber Hauptsache ich bin bei Weltmeisterschaft in Ankara dabei.“

Die Hallen-WM ist nur einer von vielen Höhepunkten in diesem Jahr. In der letzten Mai-Woche will Kahllund seinen EM-Titel in Nottingham (Großbritannien) verteidigen. Der wichtigste Wettbewerb findet vom 5. bis zum 12. August im Sambódromo da Marquês de Sapucaí in Rio de Janeiro statt. Dort, wo sich während der Karnevalstage alljährlich die brasilianischen Sambaschulen mit ihren farbenprächtigen Kostümen präsentieren, kämpfen im Sommer die Bogenschützen um olympisches Gold. Bislang steht dem Deutschen Schützenbund (DSB) ein Startrecht zu – dank Kahllund, der Anfang August vergangenen Jahres das Quotenplatz-Turnier in Kopenhagen gewann. Weitere Plätze können sich die deutschen Schützen beim Weltcup in Antalya Mitte Juni erkämpfen. Direkt im Anschluss finden dann die internen Ausscheidungswettkämpfe in der türkischen Mittelmeer-Metropole statt. Kahllund: „Es wäre schon gut, wenn wir mehr als nur einen Startplatz in Rio hätten. Bleibt es bei dem einen Platz, wird es natürlich eng mit der Teilnahme. Dann gibt es ein Hauen und Stechen, schließlich will jeder bei den Olympischen Spielen dabei sein.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert