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Tourismus : Kaffee und Suppe halten Camper warm

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Trotz des schlechten Wetters sind zahlreiche Wohnmobil-Besitzer am Kanal unterwegs. Ruhe und freie Platzwahl bieten ihnen Vorteile beim Herumreisen im Winter.

Ein ungemütlicher Ostwind streicht über das Wasser des Nord-Ostsee-Kanals. Zwei dick vermummte Radfahrer liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit einem Containerschiff. Kurz nachdem der schwimmende Riese die Fährstelle Nobiskrug passiert hat, kommt er an einer Reihe von Wohnmobilen vorbei. Sie stehen Seite an Seite auf einer Anhöhe über dem Südufer des Kanals. Im Wohnmobilpark Schacht-Audorf ist auch in dieses Tagen was los – zu einer Zeit, in der kaum Touristen die Region besuchen.

Der Grund ist einfach: Winter-Camping liegt voll im Trend. Das Statistikamt Nord verzeichnet einen rasanten Anstieg. Trotz winterlicher Kälte wurden in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres 51 380 Übernachtungen auf den Campingplätzen in Schleswig-Holstein gezählt. Das sind 63 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Was macht den Winter als Reisezeit so reizvoll? Wie wird man warm mit Camping in der Kälte? Piotr Jagiello kennt die Antwort. Gemütlich ist es in seinem Wohnmobil. Schmuddelwetter und niedrige Temperaturen halten den 47-Jährigen nicht vom Reisen ab. Für zwei Tage steht er auf einem der 27 Wohnmobil-Stellplätze in Schacht-Audorf. „Campen ist eine besondere Freiheit. Ich kann kommen und wieder wegfahren, wann ich will“, sagt der Pole. Seit fünf Jahren reist er in Deutschland umher. Am Nord-Ostsee-Kanal ist er schon zum zweiten Mal. „Ich komme wegen der Schiffe, das ist etwas Besonderes.“

Mit Camping bei Wind und Wetter hat er keine Probleme. „Ich bin viel im Winter unterwegs. Da ist nicht so viel los, und man kann sich den schönsten Stellplatz aussuchen.Außerdem hat man seine Ruhe.“ Allerdings hat die kalte Jahreszeit auch ihre Nachteile: „Ich komme seltener mit Menschen ins Gespräch.“

Wenn es die Witterung zulässt, unternimmt Jagiello Spaziergänge. Oder er geht seinem Hobby nach und lässt seine Drohne steigen, die Fotos aus der Vogelperspektive schießt. Ist es draußen zu ungemütlich, zieht sich der 47-Jährige in sein Zuhause auf vier Rädern zurück. „Im Winter suche ich mir immer gern Stellplätze, von denen aus es etwas zu sehen gibt.“

Ziehen gerade keine Stahlkolosse vorbei, ist anderweitig für Unterhaltung gesorgt. Ein Fernseher und ein Computer mit Internetanschluss sind auf jeder Tour mit dabei. Eine leistungsstarke Heizung hält das Wohnmobil innen angenehm temperiert. Kleine Missgeschicke bleiben nicht aus: „Als ich das Wohnmobil neu hatte, war die Dusche defekt. Ich hatte vergessen, das Wasser abzulassen.“ Die Leitungen froren zu und gingen kaputt. Piotr Jagiellos Tipps für Wind-und-Wetter-Camper: „Warme Suppe und heißer Kaffee.“ Auch eine Daunenjacke kann nicht schaden.

Er ist nicht der Einzige, den man im Januar auf Wohnmobil-Stellplätzen trifft. Gitte Poulson und ihr Mann John-Erik machen am Wohnmobil-Hafen an der Untereider für eine Nacht Halt. Die 60-jährigen Dänen reisen sechs Monate im Jahr. Neben Deutschland sind sie in Polen, Österreich und Kroatien unterwegs. „Wir haben extra viel Kaffee und Tee dabei, um uns warm zu halten“, sagt Gitte Poulsen. Gegen Langeweile haben sie einen Fernseher und viele Spiele mitgenommen. Besonders gern greift das Ehepaar zu Karten. Am Winter-Camping schätzt das Ehepaar am liebsten die Ruhe. „Es sind einfach nicht so viele Menschen unterwegs.“

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erstellt am 20.Jan.2014 | 06:15 Uhr

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