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Seltene Geburt : Kälber-Drillinge entzücken Beringstedt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Rotbunte Kuh bringt drei Mini-Kälber zur Welt. Alle sind wohlauf.

shz.de von
erstellt am 27.Apr.2017 | 08:47 Uhr

Beringstedt | Die Geburt eines Kälbchens versetzt auf dem Hof von Heiko Wendell-Andresen niemanden mehr in Aufregung. Doch manchmal bringt der tierische Nachwuchs auch die Augen eines gestandenen Landwirts noch zum Leuchten – zum Beispiel, wenn es nicht ein oder zwei Kälber sind, die geboren werden, sondern gleich drei. Dieser außergewöhnliche Kindersegen überraschte den Bauern aus Beringstedt (Kreis Rendsburg-Eckernförde) am Sonntagabend.

Etwa 700 Kälber erblicken jedes Jahr auf dem Hof das Licht der Welt – Drillinge seien aber noch nie dabei gewesen.

„Ehrlich gesagt habe ich noch nicht mal mit Zwillingen gerechnet, geschweige denn mit Drillingen. Dafür war die Mutterkuh eigentlich nicht rund genug“, berichtet der 47-Jährige. Stutzig sei er geworden, weil die Kuh ganz plötzlich kalbte, was immer für eine Mehrlingsgeburt spreche. „Das Kalb war außerdem recht klein, also habe ich in die Kuh hineingefühlt und erstmal einen großen Schreck bekommen, weil ich mehr als vier Beine gefühlt habe.“ Weil bei Drillingen oft nicht alle Kälbchen überleben, sei das das erste gewesen, was er prüfte.

Umso größer dann die Freude, als er bei beiden Ungeborenen einen Puls fühlen konnte. „Es überleben selten alle, weil die Kälber sich im Mutterleib oft mit ihren Bewegungen gegenseitig die Nabelschnur abreißen“, erklärt der Milchvieh-Bauer. Doch der Regel zum Trotz erblickten an dem Abend drei putzmuntere Mini-Rinder das Licht der Welt. Die beiden kleinen Kühe und der Bulle wurden nach Mama Apple benannt: Apple-Juice, Apple-Pie und Apple-Tree.

Nun mischt das tierische Trio ordentlich die Kinderstube des Hofes auf und sorgt nicht nur bei Wendell-Andresens Kindern Charlotte, Justus und Johann für Entzücken. Auch Herdenmanagerin Swantje Lück ist ganz verliebt in die drei – obwohl deren Geburt erstmal für eine Schrecksekunde sorgte. „Mein Chef schrieb mir abends noch eine Nachricht, was ich mir denn dabei gedacht hätte. Da habe ich erstmal nichts Gutes erwartet“, beschreibt die 26-Jährige ihren ersten Gedanken. Dann habe ein Foto der Drillinge den Spaß aufgedeckt. „Ich wollte sie ein bisschen foppen. Immerhin hat Swantje ja die künstliche Besamung an der Kuh vorgenommen. Und irgendjemand muss ja die Schuld haben“, sagt Heiko Wendell-Andresen und grinst.

Kennengelernt haben sich Swantje Lück und die Drillinge gleich am nächsten Morgen. Gefüttert werden die Tierkinder nämlich mit der Flasche. „So können wir sicher sein, dass jedes auch Milch abbekommen hat“, erklärt der Landwirt. Dreimal am Tag bekommen die Geschwister einen bis eineinhalb Liter pro Tag. Auf ihre Mutter müssen sie dennoch nicht verzichten: Weil sie vergleichsweise klein sind, dürfen sie noch bei Mama Apple bleiben. Und auch sie wird von Lück gehegt und gepflegt: „Sie bekommt einen Energietrunk und eine Extra-Portion Futter.“ Auf den Papa müssen die Kälber hingegen verzichten. Der ist nämlich ein Zuchtbulle und lebt in Kanada. „Auf unserem Hof entstehen 98 Prozent der Kälber durch künstliche Besamung“, so Wendell-Andresen. Dafür gebe es Kataloge, aus denen er ersehen könne, welcher Bulle am besten zu einer bestimmten Kuh passt – und das weltweit.

Während die Kuhkälber auf jeden Fall auf dem Hof bleiben, wird Bulle Apple-Tree vielleicht verkauft. Wären da nicht die Kinder des Hofes: „Können wir ihn nicht behalten?“, fragt Justus, der es sich neben dem Kälbchen im Stroh bequem gemacht hat. „Wenn er euch so am Herzen liegt, können wir ja nochmal drüber sprechen“, stellt der Bauer in Aussicht, der sich freut, dass alle drei Kinder sein „Kuh-Gen geerbt haben“, wie er sagt. 500 Kühe, etwa ebenso viele Jungtiere und fünf Zuchtbullen leben auf dem Milchviehbetrieb. Doch auch wenn Apple-Pie, -Juice und -Tree einmal groß und nur drei von ganz vielen sind, werden sie wohl immer etwas Besonderes bleiben.

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