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Job in Breiholz : Junge Mutter darf endlich arbeiten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die 20-jährige Denise Höftmann aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde fand keinen Job, weil sie ein Kind hat. Die Firma Harder aus Breiholz gibt ihr ab 1. Februar eine berufliche Perspektive.

Breiholz | Sie ist glücklich, strahlt übers ganze Gesicht, freut sich auf die neue Aufgabe. „Endlich einen Job“, sagt Denise Höftmann. Ab 1. Februar ist sie bei der Breiholzer Zimmerei Harder im Büro beschäftigt. Die Zeit der Enttäuschungen und der Frustration geht damit zu Ende. Mehr als ein halbes Jahr hatte die 20-jährige Bürokommunikationsfrau einen Job gesucht – und immer wieder Absagen erhalten. Was Denise Höftmann besonders zu schaffen machte: Nicht ihre Qualifikation wurde von den angeschriebenen Unternehmen in Frage gestellt. Stattdessen klang wiederholt durch, dass man junge Mütter nicht einstellen wolle – offenbar wegen Zweifeln an ihrer Zuverlässigkeit und ihrem Engagement.

Die Landeszeitung berichtete über dieses Schicksal und das hatte positive Folgen. Als die Firma Harder jetzt eine Bürofachkraft suchte, erinnerte sich die zuständige Mitarbeiterin der Arbeitsagentur an den Artikel und an Denise Höftmann. Sie informierte die junge Frau über die freie Stelle in Breiholz. Diese setzte umgehend ein Schreiben auf. Geschäftsführer Rudolf Harder erinnert sich: „Noch am gleichen Tag habe ich die Bewerbung per E-Mail erhalten.“ Ihm macht es nichts aus, dass Denise Höftmann und ihr Lebensgefährte eine mittlerweile eineinhalb Jahre alte Tochter haben. „Das ist überhaupt kein Problem“, sagt Harder. Für ihn zählen die fachlichen Werte. Und die neue Mitarbeiterin müsse ins Team passen. Zimmerermeister Kay Hoff war bei dem Vorstellungsgespräch dabei. Er sagt: „Sie hat uns überzeugt. Ihr Auftreten war sympathisch.“ Auch die junge Mutter fühlte sich in der Firma sofort wohl: „Beim Vorstellungsgespräch habe ich schnell gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge sind.“

In der Zimmerei wird sie künftig halbtags beschäftigt sein. Zunächst täglich von 8 bis 12 Uhr – so hatte sich Denise Höftmann das gewünscht. Ihre Tochter Leonie wird in dieser Zeit von einer Tagesmutter betreut. Ein besonderes Plus: Von der Wohnung bis zum Arbeitsplatz beträgt die Wegstrecke für die neue Mitarbeiterin nur wenige Kilometer. Die junge Familie lebt im Nachbardorf Hamdorf.

Denise Höftmann empfindet die neue Situation als sehr motivierend. „Ich habe wieder Energie“, sagt sie. Die Zeit sei vorbei, in der sie sich ausschließlich mit anderen Müttern getroffen habe, um über Kinder zu reden. Denn schon jetzt ist sie täglich in der Firma. Seit dem 6. Januar absolviert sie dort ein Praktikum.

Firmenchef Harder will nicht ausschließen, dass Denise Höftmann mittelfristig ein paar Stunden in der Woche dranhängen kann – wenn sie es möchte. Denn die Firma wächst. Sie hat sich unter anderem mit der Herstellung von Carports und Zäunen einen guten Ruf erarbeitet. Auch auf dem Gebiet der energetischen Sanierung ist sie mittlerweile aktiv. In ganz Schleswig-Holstein hat Harder Kunden. Da ist es nicht unwahrscheinlich, dass künftig noch mehr „Papierkram“ anfallen könnte. Und das wäre dann wieder Denise Höftmanns Fachgebiet.

 

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erstellt am 16.Jan.2014 | 09:30 Uhr

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