Junge Meister mit Erfahrung

Vier von 65:  Mehr als drei Stunden lang legten sich die Nachwuchsjazzer mit Enthusiasmus ins Zeug. Foto: Frank
Vier von 65: Mehr als drei Stunden lang legten sich die Nachwuchsjazzer mit Enthusiasmus ins Zeug. Foto: Frank

Sommer Jazz am Nordkolleg ist bei der jüngsten Auflage "volljährig geworden" / Weiter Förderung vom Land

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02. Juli 2013, 03:59 Uhr

Rendsburg | "Das Angebot des Nordkollegs in Zusammenarbeit mit dem Landesmusikrat Schleswig- Holstein ist volljährig geworden" begrüßte Kursleiter Arvid Maltzahn zum 18. Sommer Jazz das Publikum im vollbesetzten Pavillon. 65 Nachwuchsjazzer hatten sich vier Tage intensiv mit ihrer Musik beschäftigt. Neun Dozenten für Gesang, Trompete, Posaune, Saxofon, Piano, Gitarre, Bass, Drums und Percussion lehrten die Teilnehmer, wie und nach welchen Regeln im Jazz zusammengespielt und improvisiert wird.

Was dabei herauskam, war in beeindruckend großer Bandbreite im mehr als dreistündigen Abschlusskonzert zu erleben. Typisch: Ensembles aus acht Mitgliedern mit Aufteilung in die Rhythmus- und eine stark besetzte Bläsergruppe. Jede Gruppe zeigte ihr Können mit drei Stücken, darin viele Gelegenheiten für Soli. "Das war ein Superkursus" lobte Arvid Maltzahn die jungen Jazzer "sie waren immer enthusiastisch dabei."

Wenn wie sonst üblich bei Abschlusskonzerten zuerst die schwachen Schüler ihr Können zeigen, fragte man sich, was nach dem ersten Auftritt noch gesteigert werden könnte. Vom Start weg zeigte der Nachwuchs Qualität ohne erkennbare Aufregung. Hochkonzentriertes Spiel mit wachem Blick aufs Notenblatt. Perfekte Übergänge, raffinierte Breaks vom Schlagzeug, rollende Bässe, einfallsreiche Bläsersets: Fast alles aus dem großen Katalog gestalterischer Möglichkeiten wurde geboten. Dabei wirkte das instrumentale Können im Vergleich zu dem Ausdruck der Gesangsstimmen oft deutlich überlegen.

Reife Eigenkompositionen von Teilnehmern standen ebenso auf dem Programm wie Werke bekannter Jazzgrößen (Duke Ellington, Cannonball Adderley). Höhepunkte gab es reichlich. Vor der Pause die Marching Band durchs Publikum. Mit großer Trommel, lebendigem Rhythmus und sattem Bläsersatz: Perfekt, um einen Saal binnen weniger Minuten zum Beben zu bringen. Zusammenspiel und -klang waren weit entfernt von "Schülerkonzert". Hier spielten junge Meister mit viel Erfahrung; auch als die Jungjazzer im Chor das neu arrangierte "Summertime" von George Gershwin vortrugen.

Das Jazz-Projekt macht nach diesem Leistungsbeweis weiter Sinn. Die Kulturstiftung des Landes hat das erkannt und Förderung für die nächsten drei Jahre zugesagt.

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