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Landeszeitung

14. Dezember 2017 | 05:46 Uhr

Jugendliche üben sich in Kreispolitik

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Beim Jugendkreistag diskutierten Schüler über marode Sportstätten und bessere Busverbindungen / 143 Teilnehmer von fünf Schulen

shz.de von
erstellt am 28.Feb.2017 | 11:37 Uhr

Anträge stapeln sich, die Fraktionen diskutieren miteinander. Im Kreishaus sah es gestern auf den ersten Blick nicht anders aus als sonst auch – mit einem kleinen Unterschied: Auf den braunen Stühlen saßen keine Politiker, sondern Schüler. Rund 70 von ihnen nahmen gestern in den Sitzungssälen Platz, schlossen sich zu politischen Bündnissen zusammen und stellten Forderungen auf.

Mit dabei war auch Lisa Schelk von der Theodor-Storm-Schule aus Todenbüttel. Sie wurde von ihren Mitschülern zur Vorsitzenden der SPD-Fraktion gewählt. „Das Planspiel ist sehr interessant“, sagte die 16-Jährige. „Es ist eine tolle Möglichkeit, sich zu informieren und man sieht einmal, wie Politik in Wirklichkeit abläuft.“ Ihre Gruppe hatte schon am frühen Nachmittag genaue Vorstellungen davon, welche Anträge sie in der späteren Kreistagssitzung der Schüler durchbringen wollte. So überlegten die Jugendlichen, dass eine weitere Brücke über den Nord-Ostsee-Kanal gebaut werden könnte, um den Tunnel zu entlasten.

An zweiter Stelle stand für die 14- bis 16-Jährigen die Gleichberechtigung. „Wir möchten vorschlagen, dass alle Schulen auf den gleichen Stand der Technik gebracht werden“, sagte Schülerfraktionsmitglied Henning Norden. „Niemand sollte bevorteilt sein, nur weil er auf eine bestimmte Schule geht. Man könnte zum Beispiel für alle Schulen im Kreisgebiet Whiteboards anschaffen.“ Bei den Schülern, die sich in der CDU-Fraktion zusammengefunden hatten, dominierte der Öffentliche Nahverkehr die Diskussion. „Wir plädieren für mehr Bushaltestellen. Der Weg ist für manche Schüler morgens enorm weit“, so Annika Henken von der Grund- und Gemeinschaftsschule Schacht-Audorf. „Außerdem wollen wir, dass die Busse öfter fahren und mehr Linien eingesetzt werden.“ An einem zweiten Tisch ging es außerdem um die Verbesserung der Sportstätten. „Es wäre schön, wenn einige Umkleidekabinen saniert werden würden“, so Max Wippich, ebenfalls von der Grund- und Gemeinschaftsschule. „Manche Umkleiden sind dreckig, und die Bänke sind oft nicht mehr im besten Zustand“, so der 15-Jährige. „Dabei soll man sich ja auch in den Umkleiden wohlfühlen. Viele von uns sind selbst in einem Verein tätig, so sind wir auf das Thema gekommen.“ Betreut wurden die Schüler der schwarzen Fraktion von der CDU-Kreistagsabgeordneten Beate Nielsen. „Es ist meistens so, dass die Jugendlichen sich ein Thema aussuchen, mit dem sie sich auskennen, und das sie unmittelbar betrifft“, so die Politikerin. Auch die Ansichten der realen Partei würden die Schüler interessieren. „Oft kommt die Frage auf, wie denn die CDU offiziell zu einzelnen Themen stehen würde“, so Nielsen. Gerade in diesem Jahr sei der Jugendkreistag wichtig. „Die meisten sind schon 16 und dürfen zur Landtagswahl das erste Mal selbst zur Wahlurne gehen“, sagte Nielsen.

Die meisten Schüler bereiteten sich im Politikunterricht auf die simulierte Kreistagssitzung vor. „Seit Januar diskutieren wir über die politische Arbeit in Gemeinden und die Zuständigkeiten des Kreises“, so Hendrik van Stipriaan, der mit zwei zehnten Klassen aus Schacht-Audorf kam. „Es war wichtig, dass die Schüler wissen, in welchem Rahmen sie als Kreis agieren können. Nur so können sie realistische Ideen entwickeln.“ Über konkrete Themen habe der Pädagoge mit seinen Schützlingen im Vorwege nicht gesprochen. „Die Schüler sollen über die Dinge diskutieren, die sie interessieren“, so die Lehrkraft. Er ist bereits zum fünften Mal mit seinen Zehntklässlern vertreten. „Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Jugendlichen eine ganze Menge mitnehmen“, so van Stipriaan. „Sie verstehen Politik besser und erkennen, wie Anträge beschlossen werden. Dass sie dabei auch noch von richtigen Politikern unterstützt werden ist super.“

Bei einem zweiten Termin am morgigen Mittwoch erwartet das Kreishaus noch einmal 72 Schüler. „Angemeldet wurden insgesamt 143 Jugendliche von fünf Schulen“, sagte Sabrina Giese vom Kreis.

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