Westensee : Jugendherbergen im Kreis werden immer beliebter

Beliebt bei Musikgruppen: Jugendherberge Westensee.
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Beliebt bei Musikgruppen: Jugendherberge Westensee.

Westenseer Unterkunft hatte 2014 13 400 Übernachtungen – 300 mehr als im Vorjahr.

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20. Mai 2015, 12:00 Uhr

Stockbetten, Tischtennisplatten, Graubrot und Herbergseltern, die stets die Ruhe bewahren: Obwohl man all das auch heute noch in den meisten Jugendherbergen findet, sind die Unterkünfte längst nicht mehr so eingestaubt wie ihr Image. Im Gegenteil: Sie sind beliebt wie eh und je. In der Westenseer Jugendherberge übernachteten im vergangenen Jahr sogar 300 Gäste mehr (13  400) als noch 2013. Insgesamt 138 Betten sind dort auf 38 Zimmer verteilt.

Seit 14 Jahren ist Daniela Weigel die Leiterin der Jugendherberge. „Herbergsmutter sagt man eigentlich nicht mehr“, erklärt sie. „Aber ich habe die Aufgaben einer Mutti“, ergänzt sie und lacht. In der Hauptsaison haben sie und ihr Mann Dieter Unterstützung von elf Mitarbeitern. Ob Anmeldung, Dienstpläne erstellen, Telefondienst, Statistiken führen oder Lebensmittel bestellen: „Mein Arbeitsalltag ist sehr abwechslungsreich. Wenn Not am Mann ist, putze ich auch die Zimmer und helfe der Küche bei den Mahlzeiten aus“, berichtet die 53-Jährige. Langeweile gibt es bei der gelernten Stadtassistentin aus Nordrhein-Westfalen nicht. „Mir macht alles Spaß. Vor allem die unterschiedlichen Menschen, die man kennenlernt, finde ich interessant.“ Etwas ganz Besonderes seien stets die verschiedenen Musikgruppen, die bei den Weigels unterkommen. Und das sind viele, seit die Jugendherberge über einen eigenen Musikraum verfügt. Der Neubau wurde 2010 für 390  000 Euro fertiggestellt. Der 100 Quadratmeter große Raum verfügt über eine Akustikdecke sowie über eine gehobene Seminartechnik mit automatisch bedienbarem Beamer und Leinwand. „In dem Raum gibt es keine geraden, sich gegenüber liegenden Wände“, erklärt Daniela Weigel die gute Akustik. „Man braucht dort kein Mikrofon und hat einen tollen Klang.“ Ob Samba-Gruppe, Männergesangsverein oder Akkordeon-Orchester: Der Musikraum, der auch für Seminare genutzt werden kann, ist an den Wochenenden bereits bis ins kommende Jahr hinein ausgebucht.

Zu den Übernachtungsgästen gehören außer Musikgruppen vor allem Schulklassen und Kindergarten-Gruppen. An den Wochenenden sind häufig auch Konfirmanden und Freizeiten zu Gast. „Wir haben aber auch Familien, die hier für zwei oder drei Wochen ihren Sommerurlaub verbringen“, weiß Daniela Weigel. Als zertifizierte Familien-Jugendherberge stehen in Westensee Kinderbetten, Wickelauflagen, Windeleimer und Babyphone kostenlos zur Verfügung.

Für Freizeitspaß sorgen längst nicht mehr nur Tischtennisplatten: In Westensee gibt es unter anderem auch einen Diskoraum, Billardtische, einen Grillpavillon sowie Beachvolleyball-Feld und Bolzplatz. Auch die Verpflegung lässt kaum Wünsche offen: „Zum Frühstück gibt es meistens vier verschiedene Brötchen- und drei verschiedene Brotsorten, Marmeladen, Nutella sowie Käse- und Wurstplatten“, berichtet die Herbergsleiterin. Graubrot gehört natürlich auch zum Angebot. Generell wird das Essen immer in Form eines Buffets serviert. „Die Verpflegung ist definitiv nicht mehr wie in der Jugendherberge von früher.“ Eines ist allerdings geblieben: Roten Tee in Kannen gibt es auch heute noch. „Aber statt Hagebutten-Tee ist es meistens Erdbeer-Sahne, Kirsch-Vanille oder etwas ganz anderes. Und warm muss er auch nicht immer sein. Im Sommer bieten wir ihn auch eisgekühlt an“, sagt Daniela Weigel. Ihren eigenen Urlaub verbringt sie meistens in der warmen Ferne Thailands. Dort übernachtet sie im Hotel. „Dann haben wir einmal im Jahr Pause von der Jugendherberge.“

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