zur Navigation springen

Martin Schulz in Rendsburg : Jubel-Auftritt des Kanzlerkandidaten

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

SPD-Shootingstar zieht bei Diskussionsrunde im Arsenal 500 Zuhörer in seinen Bann.

Rund 500 Besucher bereiteten dem designierten SPD-Kanzlerkandidaten und Parteivorsitzenden Martin Schulz gestern Vormittag einen begeisterten Empfang im Bürgerzentrum Hohes Arsenal. Allerdings mit Verspätung. Denn um kurz vor 10 Uhr war der für die Gewerkschaftsveranstaltung vorgesehene Kleine Saal schon überfüllt. Alle Stühle waren besetzt, viele Besucher standen an den Wänden oder auf der Treppe zur Empore. Der SPD-Kreisvorsitzende Sönke Rix forderte die Schüler auf, im Schneidersitz auf dem Fußboden neben dem Podium Platz zu nehmen. Innenminister Stefan Studt höchstpersönlich stellte weitere Stühle im Mittelgang auf. Aber es wurde deutlich, dass der Platz nicht reichen würde.

Rainer Nordmann, Leiter der VHS und damit zuständig für die Raumvergabe im Hohen Arsenal, zog aus Sicherheitsgründen die Notbremse. Die Veranstaltung wurde in den deutlich größeren Bürgersaal verlegt, und auch der konnte die Massen kaum fassen.

Mit 15 Minuten Verspätung, die Schulz für einen Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Rendsburg nutzte, ging es endlich los. Rix und der Kreistagsabgeordnete Kai Dolgner begrüßten den Kanzlerkandidaten, der von den Besuchern mit großem Beifall empfangen wurde.

„Die SPD hat den Anspruch, stärkste Partei zu werden, und ich habe den Anspruch, Bundeskanzler zu werden“, machte Schulz direkt zu Beginn seiner Rede deutlich. Eine gerechte Verteilung des Reichtums dieses Landes und eine langfristige Sicherung der Renten nannte der Kanzlerkandidat als Ziele seiner Politik. „Und wir wollen eine Gemeinschaft des Respekts. Wir treten an, um dieses Land besser zu machen“, betonte Schulz unter dem Beifall der Zuhörer. Er versprach, sich dafür einzusetzen, dass alle ein „Leben in Würde“ führen können.

Auf die Frage eines Schülers, wie die SPD zum Umweltschutz stehe, machte Schulz deutlich: „Wir nehmen das Thema sehr ernst. Schließlich wollen wir den nächsten Generationen kein vergiftetes Erbe hinterlassen.“ Karsten Waldmann war extra aus Hamburg angereist, um Schulz zu erleben – und um ein Selfie mit dem Kanzlerkandidaten zu machen. „Die SPD hat durch ihn deutlich Rückenwind bekommen“, stellte der 42-Jährige fest. „Ich bekomme Gänsehaut, wenn er spricht. Er erreicht die Menschen. Das hat Gabriel nicht geschafft.“

Lukas Rehder zeigte sich von Schulz „tief beeindruckt“. Der 24-jährige Rendsburger, der bis vor einem Jahr noch in der Lokalpolitik aktiv war und jetzt in Berlin studiert, ist in seine Heimatstadt gekommen, um den Kanzlerkandidaten zu hören und zu sehen. „Die Art, wie er redet, finde ich toll. Kein „äh“ oder „öh“, kein Zögern.“ Die Chancen, dass Schulz Kanzler wird, stehen echt gut“, meinte Rehder. „Die Zeit von Kanzlerin Merkel ist beendet.“

„Er hat mir gut gefallen“, sagte Ingrid Ehlers aus Eckernförde. Schulz habe das Bauchgefühl der Leute angesprochen und nicht Theorien und Kopfthemen in den Vordergrund gestellt, meinte die 77-Jährige. Inzwischen glaube sie daran, dass Schulz Kanzler werden könne. „Er war ja vorher als Politiker nicht so bekannt, aber er hat mir schon im Fernsehen bei Anne Will gut gefallen.“ „Einen guten Eindruck“ hat Schulz bei Hans-Peter Ehlers aus Eckernförde hinterlassen. „Vorher war meine Einstellung zu ihm eher gemischt, aber jetzt hat er deutlich gewonnen, auch durch seine Redebegabung“, sagte der 77-Jährige. Zu 80 Prozent traue er Schulz die erfolgreiche Kanzlerschaft zu.

Schulz habe sich sehr mitreißend dargestellt, meinte Ernst Petersen aus Büdelsdorf. „Er hat verstanden, die Ziele der SPD deutlich zu machen.“ Ob Schulz Kanzler werde? „Ja, davon gehe ich aus.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen