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Oldenhütten : Jetzt landet die „Palme des Nordens“ auf dem Teller

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Familie Speck aus Oldenhütten serviert in ihrem Dörpskrog Grünkohl aus eigenem Anbau.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Der Grünkohl-Anbau hat bei Familie Speck aus Oldenhütten Tradition. „Das haben meine Eltern schon gemacht seit ich denken kann, und mein Sohn Ole ist damit ebenfalls aufgewachsen“, berichtet Klaus-Hinrich „Hinner“ Speck. Der 48-Jährige betreibt zusammen mit Ehefrau Heidi „Speck’s Dörpskrog“. Das grüne Gemüse aus eigenem Anbau landet also direkt auf den Tellern seiner Gäste.

Während der Grünkohl-Anbau vielerorts mit Maschinen erledigt wird, ist er bei Specks noch echte Handarbeit. „Am 100. Tag im Jahr sät man die Samen im Garten. Ende Juni, Anfang Juli werden die Pflanzen dann verzogen, also aufs Feld gesetzt“, erklärt der Gastronom und Landwirt. Auch das passiert von Hand: Specks verwenden dafür ein sogenanntes Pflanzholz, mit dem man drei Löcher gleichzeitig stechen kann. In diese werden die Pflänzchen gesetzt – „60 Zentimeter zwischen den Pflanzen und den Reihen“, so der Fachmann.

Früher galt die Regel, dass der Kohl vor der Ernte zwei Mal Frost abbekommen muss, damit die enthaltenen Bitterstoffe rausgehen. „Mittlerweile sind neue Sorten gezüchtet worden, jetzt reicht es, wenn er einmal weiß gewesen ist“, beschreibt Speck. Nach der Ernte, bei der sogenannte Rübenmesser eingesetzt werden, geht die Arbeit erst so richtig los. „Dann werden die Blätter vom Strunk gestriepelt und zweimal gewaschen. Anschließend blanchieren wir sie und lassen sie auf großen Blechen auskühlen. Danach werden sie in große Beutel verpackt und eingefroren“, erklärt Heidi Speck. Einen ganzen Tag bräuchten sie und ihre Helfer sowohl für die Ernte als auch die Verarbeitung des Kohls. Doch die Arbeit lohnt sich: Bei den Kunden sei der Grünkohl der absolute Renner. In der Oldenhüttener Gastwirtschaft wird er nur klassisch serviert: mit Kasseler, Kochwurst und Schweinebacke sowie mit süßen und Bratkartoffeln.

„Wir kriegen zwischen 800 und 1000 Personen mit unserem eigenen Grünkohl satt“, erzählt Heidi Speck, die das Gemüse selbst gern isst. Sie bereitet es mit Gewürzen, Schmalz und Rauchfond zu – Einzelheiten bleiben streng geheim. Zwischen November und Februar verwöhnt sie ihre Gäste mit dem Kohl, der auch den Beinamen „Palme des Nordens“ trägt. „Es wird wieder mehr, dass die Leute gern Grünkohl essen, weil auch die Jüngeren die alten Gerichte wieder zu schätzen wissen“, so Hinner Speck. Das Gemüse selbst anzubauen sei aber auch viel Arbeit – die Pflanze wird einjährig gezogen. „Man muss sich die Arbeit also jedes Jahr aufs Neue machen.“

Im Spätwinter wird der Kohl nochmal so richtig zelebriert: Am 20. Februar veranstalten Specks einen Grünkohlball. Mit Essen satt, Musik und Tanz. Noch sind Plätze frei, Anmeldung unter Telefon 04392/2337.

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