Jedes dritte Wohnmobil hat Mängel

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Tüv-Prüfer geben Tipps / Auch falsches Beladen kann gefährlich sein

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02. August 2019, 12:31 Uhr

Rendsburg | Vor der Fahrt in den Urlaub müssen etliche Reisende ihre Wohnmobile und Caravans dem Technischen Überwachungsverein (Tüv) vorstellen. In der Rendsburger Niederlassung an der Friedrichstädter Straße rollen während der Saison pro Woche acht bis zehn Fahrzeuge auf den Prüfstand. „Bei den Wohnmobilen und Wohnwagen hat jedes dritte Fahrzeug erhebliche Mängel“, sagt Leiter André Tajdel.

Damit schneidet diese Fahrzeuggruppe vergleichsweise gut ab. Pkw weisen zu etwa 35 bis 40 Prozent erhebliche Mängel auf. Der Grund für den Unterschied liegt für Tajdel auf der Hand: „Wohnmobile und Wohnwagen werden nur ein- bis zweimal im Jahr für drei Wochen in Betrieb genommen. Es sind oft sehr gut gepflegte Fahrzeuge“, sagt der 49-jährige Fahrzeugtechniker. Durch die langen Standzeiten kommt es aber zu typischen Problemen: „Die Bremsscheiben rosten, wenn sie lange in der Witterung stehen.“ Reifen werden porös und platt. Tajdels Tipp: „Aufbocken und Reifen entlasten.“

Bei Wohnmobilen und Caravans treten ähnliche Probleme wie bei Autos auf: Oft sind Bremsen, Lenkung, Licht defekt.

Wer die Glühbirne selbst austauscht, steckt sie manchmal nicht gerade in die Fassung. Folge: Das Licht blendet den Gegenverkehr. Tajdel und sein Kollege Stephan Buetgen erleben aber auch, dass ihnen Fahrzeuge ohne funktionierende Lampen vorgestellt werden. Manchmal haben sich Schrauben an der Karosserie gelöst.

Tuncer Bagcabasi ist regelmäßiger Kunde der Tüv-Station Rendsburg. Er betreibt die Werkstatt „Schrauberzentrale“ in Owschlag und hat sich auf Wohnmobile spezialisiert. Seine Kunden kommen aus ganz Deutschland. Nach Umbauten stellt er deren Fahrzeuge dem Tüv vor. „Es gibt zwei Kundenarten: Die einen kommen vor der Urlaubsfahrt.

Die Mutigen fahren ohne Öl und Wasser los.“ Wobei das richtige Beladen bei allen Campern eine Herausforderung darstellt. Das Problem: Das zulässige Gesamtgewicht liegt nur wenig über dem Eigengewicht des Fahrzeugs. Wohnmobile werden daher leicht überladen, was bei Kontrollen zu hohen Bußgeldern führen kann. Tajdel empfiehlt daher, vor dem Urlaub sämtliche Gepäckstücke einzupacken und zusammen mit allen Reisenden wiegen zu lassen. Geeignete Waagen gibt es bei Recyclingbetrieben und der Tüv-Station Kiel. Die Benutzung ist kostenpflichtig.

Gefährlich ist es, das Wohnmobil einseitig zu beladen. Denn wenn ein Modell mit einem Vorderradantrieb ausgestattet ist und der Heckkofferraum vollgepackt wird, kann es sein, dass die Vorderachse zu stark entlastet wird. Dadurch bekommt die Lenkung zu viel Spiel.

Tajdel: „Unter Umständen fährt das Fahrzeug dann nicht dahin, wo ich hin will.“

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