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Sicherheit im Straßenverkehr : „Jeder Verunglückte ist einer zu viel“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die neu gegründete Kreisverkehrswacht Rendsburg möchte Straßen und Wege sicherer machen. Dafür sind Aktionen für Schüler und Senioren geplant. Außerdem sind sie beim Rendsburger Herbst mit ihren Info-Ständen präsent.

shz.de von
erstellt am 06.Aug.2014 | 06:00 Uhr

Es kann so schnell gehen. Ein Kind fährt mit seinem Rad neben einen Laster. Beim Linksabbiegen übersieht der Brummi-Fahrer das Kind wegen des toten Winkels. Es kommt zum Unfall. Solche Situationen möchte die neu gegründete Kreisverkehrswacht Rendsburg durch ihre Präventionsarbeit verhindern.

Vor vier Jahren löste sich der Vorgänger auf. „Wir hatten nicht genügend ehrenamtliche Helfer“, sagt der Vorsitzende Dietmar Benz. Doch das ist jetzt anders. „Jetzt haben wir genügend Menschen, die anderen erzählen, wie sie sich im Straßenverkehr verhalten.“ 20 aktive Mitglieder haben den Rendsburger Verein im August 2013 neu belebt. Aber: „Wir haben ein dreiviertel Jahr gebraucht, um uns neu aufzustellen und alles zurecht zu ruckeln.“

Das Konzept geht auf: An vier Schulen berichtete ein trockener Alkoholiker über die Auswirkungen seiner Sucht. Auf Stadtfesten codierten die Mitglieder Fahrräder. Die Codes erleichtern bei Diebstahl das Wiederfinden. Und über 20 Mal haben Mitglieder in Schulen und Kindergärten den Kleinen erklärt, was es mit dem toten Winkel auf sich hat.

Die ehrenamtlichen Helfer, die solch einen Unterricht geben, heißen Moderatoren. Bisher gibt es in Rendsburg sieben von ihnen. Bei dieser Zahl soll es jedoch nicht bleiben. Christine Guschewski lässt sich zur Zeit ausbilden. Nach der Teilnahme an einem Wochenendseminar und dem mehrmaligen Begleiten eines ausgebildeten Moderators darf sie allein Ratschläge für den Straßenverkehr geben. „Ich bin Auto- und Motorradfahrerin sowie Mutter zweier Kinder. Das Thema Sicherheit im Straßenverkehr geht jeden an“, erklärt sie ihr Engagement.

Petra Fischer ist nicht nur die Geschäftsführerin, sondern bereits ausgebildete Moderatorin. Sie steht hinter ihrer Aufgabe: „Ich möchte die Menschen für die Sicherheit auf den Straßen sensibilisieren und erreichen, dass alle mehr Rücksicht nehmen.“ An den bereits besuchten Schulen habe sie bei den Schülern oft einen „Aha-Effekt“ beobachtet. Viele kennen den toten Winkel gar nicht, berichtet sie. Aber wenn sich die Kinder hinter das Steuer eines Lkw setzten, die Klasse im nicht einsehbaren Raum Aufstellung nimmt – „dann wird den Kindern die Gefahr klar“.

Gerade die praktischen Übungen und das Mitmachen sieht Dietmar Benz als einen großen Vorteil: „Es ist spannender, als einfach nur einen Vortrag zu hören.“ Mit dieser Meinung ist er nicht allein, denn die Resonanz auf die bisherigen Aktionen ist positiv. „Sie werden nachgefragt“, sagt Benz. Viele Schulen möchten die Veranstaltungen im nächsten Jahr wiederholen. Es kann sein, dass daran das jüngste Mitglied des Vereins teilnehmen wird. Der 15-jährige Lennart Fischer hat bereits erste Erfahrungen während der Projektwoche an der Grundschule Mastbrook gesammelt. Zusammen mit seiner Mutter Petra Fischer erklärte er den Schülern unter anderem, wie ein verkehrssicheres Fahrrad aussehen muss. „Lennart hatte eine große Fangemeinde“, berichtet Petra Fischer. Durch sein Alter sei er von den Kindern gleich akzeptiert worden.

Die Kreisverkehrswacht Rendsburg möchte ihre Aktivitäten jedoch nicht nur auf Schulen und Kitas begrenzen. „Wir planen einen Sicherheitstag für Senioren“, sagt Benz. Dabei soll es um elektronische Fahrräder, aber auch um Medikamente im Straßenverkehr gehen. „Außerdem wollen wir thematisieren, wann man seinen Führerschein freiwillig zurückgeben sollte.“ Schließlich ist Sicherheit im Straßenverkehr ein altersunabhängiges Thema. „Jeder Verunglückte ist einer zu viel.“

 

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