zur Navigation springen

Interview : „Jeder gibt nicht alles für den Erfolg“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Im Exklusiv-Interview mit der Landeszeitung spricht Trainer Henning Hardt über die Gründe für den Negativlauf des Fußball-Verbandsligisten Büdelsdorfer TSV. Ihm missfällt die Einstellung einiger Spieler.

Als Henning Hardt Anfang Oktober nach dem Rücktritt von Frank Kock den vakanten Trainerposten beim Fußball-Verbandsligisten Büdelsdorfer TSV übernahm, hatten alle Beteiligten im Lager des BTSV auf einen Aufschwung gehofft. Der 42-Jährige, der auch die Büdelsdorfer A-Jugend trainiert, sollte das Team ins obere Mittelfeld der Tabelle führen. Doch das Gegenteil war der Fall. In vier Spielen unter Hardts Regie folgten vier Niederlagen und der Absturz auf den 13. Tabellenplatz. Die Landeszeitung hat mit dem Ex-Profi (u.a. Hamburger SV und Holstein Kiel) über die Gründe für den Negativlauf gesprochen.

Herr Hardt, vier Spiele, null Punkte unter ihrer Regie. Haben Sie eine Erklärung, warum es derzeit nicht rund läuft?

Hardt: Ja. Das ist in erster Linie ein Mentalitätsproblem. Jeder gibt nicht alles für den Erfolg. Bei einigen steht der Fußball nicht im Vordergrund, private Dinge sind wichtiger. Wenn ich mich aber entscheide, einen Mannschaftssport wie Fußball zu betreiben, dann habe ich auch gewisse Pflichten meinen Mannschaftskollegen gegenüber. Wenn ich sehe, dass vor so einem wichtigen Spiel wie gegen Suchsdorf nur sechs Mann plus Torwart zum Training erscheinen, dann kann ich das nicht akzeptieren. Sicherlich haben wir auch einige Verletzte zu beklagen. Aber das darf keine Ausrede sein. Viele sind einfach zu bequem und wollen sich im Training nicht schinden. Das überträgt sich dann auch im Punktspiel auf das Spielfeld.

Inwiefern?

Nach dem 2:2 in Suchsdorf gingen sofort die Köpfe runter, obwohl wir noch eine halbe Stunde Zeit hatten, das Spiel für uns zu entscheiden. Doch statt zu fighten, lassen sich einige hängen, so dass wir noch das 2:3 und das 2:4 kassieren. Wir halten nicht geschlossen dagegen. Das ist keine Frage des Könnens, sondern des Willens.

Wie kann man als Trainer dem entgegen wirken?

Ich bin selbst ein wenig ratlos. Ich habe in der kurzen Zeit schon viel ausprobiert, das Training abwechslungsreich gestaltet, eine andere Ansprache an die Mannschaft gewählt. Doch letztlich muss die Bereitschaft von den Spielern kommen. Ich war immer ein Vollblutsportler und kann diese Einstellung teilweise nicht nachvollziehen. Wenn ich früher auf dem Platz stand, habe ich immer alles gegeben, egal ob im Training oder im Spiel.

Ist das Generationsproblem?

Mit Sicherheit nicht. Ich trainiere ja parallel auch die A-Jugend. Da kommen 16 Mann zum Training – bei Wind und Wetter. Die haben alle Bock auf Fußball. Deshalb will ich diese Einstellung nicht auf das Alter reduzieren.

Muss in der Winterpause personell nachgebessert werden, um den drohenden Abstieg zu vermeiden? Vielleicht mit Spielern aus der eigenen A-Jugend, um den Konkurrenzkampf anzuheizen?

Ich wäre der Letzte, der sich dagegen sperren würde, A-Jugendliche einzusetzen. Ich bin mir sicher, dass die A-Jugend in der Tabelle ganz anders dastehen würde. Letztlich geht es ja auch darum, dem Nachwuchs eine Perspektive zu bieten. Wir haben drei Jugendteams in der SH-Liga. Die Jungs wandern doch irgendwann ab, wenn sie im Herrenbereich in der Kreisliga spielen müssen.

Haben Sie Ihren Entschluss schon bereut, den Posten übernommen zu haben?

Manchmal frage ich mich schon, warum ich mir das antue und sieben Tage die Woche auf dem Fußballplatz stehe. Aber bereut habe ich es noch keine Sekunde, dafür liegt mir der Verein zu sehr am Herzen. Ich habe ja damals auch nicht lange gezögert, als man mich gefragt hat, ob ich den Posten übernehmen würde. Das Gespräch hat keine drei Minuten gedauert. Vielleicht stellt sich ja auch bald der Erfolg ein und dann sieht man die Sache ganz anders.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 31.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen