zur Navigation springen

Owschlager Tafel : Jeden Dienstag 29 Kisten packen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Owschlager Tafel versorgt derzeit 87 Menschen mit Lebensmitteln. Zahl der Bedürftigen steigt immer weiter an.

Dienstag Vormittag 10 Uhr: Die diensthabenden ehrenamtlichen Mitarbeiter der Owschlager Ausgabestelle der Rendsburger Tafel, Annelore Wilken und Horst Wobig, fahren beim Edekamarkt Haas und bei den beiden Bäckereien Dallmeyer und Wollborn vorbei und sammeln Spenden für die Bedürftigen ein.

In der Ausgabestelle werden 29 Kisten für die Familien vorbereitet. Es sind 87 Menschen, die aktuell von der Tafel in Owschlag profitieren. Jede Kiste ist mit dem Namen der Familie, der Anzahl der Erwachsenen und der Anzahl der Kinder versehen und wird auf diese Weise individuell gefüllt. Ein M steht für Moslem, so dass in diese Kisten zum Beispiel kein Schweinefleisch kommt.

Mittags gegen 12 Uhr: Der „Glücksbringer“, das Kühlfahrzeug der Rendsburger Tafel, kommt und liefert Ware. Mit Unterstützung der Fahrer und der ehrenamtlichen Tafelmitarbeiter Ernst Steffen und Erika Sorkale werden viele Kisten mit Obst, Gemüse und Molkereiprodukten ausgeladen und in der Ausgabestelle aufgebaut.

Nachmittags 14.30 Uhr: Die Tafel öffnet, es kommt zu einem regelrechten Ansturm auf die Produkte, die selber genommen werden können. „Besonders das Gemüse ist heiß begehrt“, erzählt Wilken und ergänzt: „Leider sind kaum Dauerartikel wie zum Beispiel Reis, Hülsenfrüchte oder Zwiebeln dabei“. Sie sei sehr froh, auf diese Art den Bedürftigen unter die Arme greifen zu können, betont die Ehrenamtlerin. „Dreiviertel unserer Gäste sind Asylbewerber“, erklärt Sorkale. Die Verständigung funktioniere mit Händen und Füßen, Bildwörterbüchern oder auf Englisch. Alle Mitarbeiter freuen sich über die Chance, auf diesem Wege Kontakt zu den Flüchtlingsfamilien knüpfen zu können. Sie berichten von privaten Freundschaften, die entstanden seien, von Hausaufgabenhilfe, die bei den Kindern geleistet würde, von Ausflügen, die gemeinsam mit den Flüchtlingsfamilien unternommen werden. Es ist sofort zu merken, dass das ehrenamtliche Engagement weit über die Tafelarbeit hinaus geht. „Die Schicksale lassen uns nicht unberührt“, schildert Steffen.

Vor acht Jahren gründete Erika Sorkale in ihrer Doppelgarage die Ausgabestelle in Owschlag. Wenig später kamen erste Mitstreiter dazu, die sie bei Wind und Wetter unterstützten und weite Wege in Kauf nahmen, um mit ihren Privatautos die Lebensmittel einzusammeln. Im Oktober vergangenen Jahres stellte die Gemeinde schließlich einen Raum in der Schule zur Verfügung. Durch Spendengelder konnten Jalousien zum Schutz vor der Sonneneinstrahlung angeschafft werden. „Wir haben jetzt eine Top-Ausgabestelle, die wie für uns gemacht ist. Das erleichtert unsere Arbeit gewaltig“, freut sich Steffen.

Seit Anfang des Jahres beliefert die Rendsburger Tafel zudem die Owschlager Ausgabestelle mit ihrem „Glücksbringer-Mobil“. Die Zusammenarbeit mit den Rendsburgern sei ganz hervorragend, berichtet Sorkale und zeigt schmunzelnd auf eine Kiste, gefüllt mit Blumen und Schokolade und dem Brief „Kleiner Dank für die fleißigen Helfer“.

„Als wir im Oktober hier eröffneten, hatten wir 40 bis 50 Bedürftige. Jetzt sind es doppelt so viele und es werden noch mehr kommen“, weiß Sorkale. Gut, dass die Gründerin auf einen Stab von zehn Ehrenamtlichen zurückgreifen kann, die mit viel Herzblut und Engagement dabei sind. Außer den genannten übernehmen Susanne Bock, Hans-Jürgen Kläschen, Volkart Meyer, Karin Reinke, Waltraud Steffen und Hannes Will Schichten in der Tafelarbeit.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen