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Landeszeitung

23. Oktober 2017 | 05:13 Uhr

Aukrug : Jede vierte Biene ist tot

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Varroamilbe verursacht große Verluste in den Beständen der Imker im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

20 Bienenvölker sind in diesem Winter schon aufgrund von Milbenbefall abgestorben, und damit sind die Verluste beim Imkerverein Aukrug und Umgebung genauso schlimm, wie es der Deutsche Imkerbund prophezeit hat. „Ein Viertel unserer Bienenvölker ist in diesem Winter bislang schon eingegangen“, stellte der 1. Vorsitzende Reimer Reimers fest, nachdem er seine Imkerkollegen bei der Jahreshauptversammlung reihum nach deren Verlusten befragt hatte. Der Deutsche Imkerbund hatte im November eine vom Fachzentrum Bienen und Imkerei Mayen (Rheinland-Pfalz) erarbeitete Studie präsentiert, der zufolge in diesem Winter besonders hohe Verluste durch Milbenbefall zu erwarten seien. „Das Bienenjahr hat 2014 besonders früh begonnen, und im gleichen Tempo wie die Bienen entwickelte sich auch die Varroamilbe“, erklärt Reimers, „und dann dauerte die Saison auch noch länger als gewohnt, so dass sich die Milben noch weiter ausbreiten konnten.“

Aukrugs Ex-Bürgermeister schwört bei der Bekämpfung der Varroamilbe auf Ameisensäure: „Aber in der Hauptbekämpfungszeit im Sommer hat es viel geregnet, die Luft war feucht, und da wirkt die Ameisensäure dann nicht so gut.“ Der Deutsche Imkerbund hatte im November Bienen-Winterverluste von 25 bis 30 Prozent prognostiziert. Der Winter sei für die Bienen erst mit der Durchlenzung (Ersetzung der langlebigen Winterbienen durch Sommerbienen) im April zu Ende, vermerkt Reimers: „Bis dahin können noch weitere Bienenvölker absterben, so dass bei uns durchaus 30 Prozent Verluste zu befürchten sind.“

Ein weiteres unerfreuliches Thema bei der Imkerversammlung im Gästehaus der Gemeinde Aukrug war das Jakobskreuzkraut in der Region. Die leberschädigenden Pyrrolizidinalkaloide (kurz: PA), die das Kraut enthält, können auch in den Honig gelangen. Das Bundesamt für Risikobelastung hält PA-Werte von maximal 140 Mikrogramm (millionstel Gramm) pro Kilogramm Honig für unbedenklich. Reimer Reimers (Böken) und sein Imkerkollege Siegfried Carstens (Bünzen) ließen 2014 zu verschiedenen Jahreszeiten insgesamt fünf Proben ihres Honigs analysieren. Alle Proben lagen im Bereich von 0 bis 50 Mikrogramm PA pro Kilo. „Die Belastung war also ziemlich gering“, so Reimers. „In Aukrug sind sowohl die Gemeinde als auch der Aukruger Bund, der Naturschutzring und „Erna“ bestrebt, dass Problem Jakobskreuzkraut aktiv anzugehen“, betont der Vorsitzende des Imkervereins, der bei der Versammlung für drei weitere Jahre in seinem Amt bestätigt wurde, „es wird mit vereinten Kräften versucht, die Jakobskreuzkraut-Flächen unter Kontrolle zu halten und wenn möglich zu verringern.“

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