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Swingende Gentlemen : Jazz im September: Musikalischer Ausflug nach New Orleans

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Vor 25 Jahren als „Familiennachmittag mit Jazz“ in Altenhof gestartet, ist die Reihe „Jazz im September“ zu einem viel beachteten Aushängeschild der Kulturstiftung des Kreises Rendsburg-Eckernförde geworden.

shz.de von
erstellt am 07.Sep.2014 | 13:37 Uhr

Vor 25 Jahren als „Familiennachmittag mit Jazz“ in Altenhof gestartet, ist die Reihe „Jazz im September“ zu einem viel beachteten Aushängeschild der Kulturstiftung des Kreises Rendsburg-Eckernförde geworden. In Zusammenarbeit mit dem Storyville Jazzclub und dem Jazzclub Hademarschen ist es Hans-Hinrich Blunck gelungen, immer wieder namhafte Musiker zu den Jazz-Tagen in den Kreis Rendsburg-Eckernförde einzuladen und so Weltklasse-Jazzer – meist dem Old-time- und traditionellem Stil verpflichtet – vor Ort zu präsentieren. In diesem Jahr im Freilichtmuseum Molfsee und erstmals in der Aula des Berufsbindungszentrums (BBZ, die frühere Berufsschule) in der Kieler Straße.

Mit „Joe Wulf & the Gentlemen of Swing“ war ein Septett engagiert worden, das von der ersten Sekunde an mit engagiertem und professionellem Spiel zeigte, welche Emotionen in dieser Musik stecken. Relaxter Swing zum Anfang, sieben Gentleman im dunklen Anzug, jeder mit rotem Schlips, spielten ruhigen, fast schon melancholischen Begrüßungssound. „I’ve got the right to sing the blues.“ Daran zweifelte bis zum Schluss niemand mehr. Auch hier war das Kennerpublikum schon voll bei der Sache, belohnte jedes Solo mit dem in Jazz-Konzerten üblichen Beifall; stachelten Michael Meranke am Banjo zu einem Fingernagel-mordendem Super-Solo an. In die Oberklasse gehörte auch das Kontrabass-Solo von Bert Thompson – Jazz-Legende aus New York, der schon mit Ray Charles, Lionel Hampton und anderen Berühmtheiten aufgetreten ist.

Ob Trommel-Feuerwerk von Michael Ehret am Schlagzeug, Soli von Sven Hack (Klarinette und Saxofon) oder Peter Langes, nicht nur in der Höhe unübertroffenes Trompeten-Solo sowie der junge Peter Finken mit dem großen Bariton-, Alt- oder auf dem kleinen Sopransaxofon: Auch er ein Könner auf seinen Instrumenten, ebenso wie Joe Wolf, studiertes und seit Jugendjahren mehrfach ausgezeichneter Leiter der swingenden Gentlemänner.

Der Posaunist moderierte den Abend, musste am Anfang jedoch feststellen, dass er mit seinem Humor („Jack Teagardens ständiger Begleiter war Johnny Walker“, „das Banjo ist die Königin der Instrumente“) noch etwas zu schnell war für sein von schwüler Abendhitze gelähmtes schleswig-holsteinisches Publikum. Titel wie „That’s why I like New Orleans“ oder „Someday you’ll be sorry“ von Louis Armstrong verfehlten ihre Wirkung jedoch nie und sorgten schon bald für lockere Stimmung. Beste Zutaten also in dem zweiten der vier Konzerte des Jubiläumsjahrgangs. Frenetische Begeisterung des Publikums war dafür absolut verständlich.

Abgeschlossen werden die Jazztage am 12. September im TÖZ Eckernförde und am 13. im Jazzladen Hademarschen mit den „Roten Bohnen“ („Les Haricots Rouges“ ).


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