Krogaspe : Jäger sorgt sich um ausgesetzte Katzen

In Sichtweite der A7: Heinz Fürstenwerth vor dem künstlichen Fuchsbau, in dem eine verwilderte Katze seinen Dackel „Anton“ übel zugerichtet hat.
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In Sichtweite der A7: Heinz Fürstenwerth vor dem künstlichen Fuchsbau, in dem eine verwilderte Katze seinen Dackel „Anton“ übel zugerichtet hat.

Verwilderte Tiere suchen Unterschlupf im künstlichen Fuchsbau in der Feldmark.

shz.de von
23. Mai 2015, 06:00 Uhr

Spätestens seit er im vergangenen Jahr eine Familie auf frischer Tat dabei ertappte, wie sie ihren Stubentiger in der Feldmark zurücklassen wollte, sind ausgesetzte Katzen ein Thema, das Heinz Fürstenwerth besonders interessiert. Der Jäger aus Krogaspe schätzt, dass in seiner Heimatgemeinde pro Jahr rund 20 Katzen ausgesetzt werden. „Gerade gestern hab ich im Moor eine Katze gesehen, die ein paar Meter vor mir herlief und so aussah, als wüsste sie nicht, wo sie hinsoll“, erzählt Fürstenwerth, „das war keine von den Katzen aus dem Ort, die wir ja kennen.“

Dass er diese vermeintlich ausgesetzte Katze ganz in der Nähe der L 328-Auffahrt Richtung Neumünster gesichtet hat, nimmt der Krogasper als Bestätigung für seine eigene Theorie: „Meines Erachtens sind es Städter, die insbesondere zur Urlaubszeit bei uns ihre Katzen aussetzen – und das ist eine große Sauerei.“ Vor drei Jahren wurden in seiner Nachbarschaft vier kleine Kätzchen in einem Karton vor die Tür gestellt: „Die haben meine Nachbarn aufgepäppelt und behalten.“ Schon zweimal in diesem Jahr – im Februar und im März – hat Fürstenwerth in einem künstlichen Fuchsbau in Sichtweite der A7 Katzen entdeckt. Dass die beiden schon „richtig verwildert“ waren, wie der Jäger anmerkt, musste Dackel „Anton“ am eigenen Leib erfahren: Fürstenwerths Jagdhund wurde vor zwei Monaten von einer Fuchsbau-Katze übel zugerichtet. Dass sich dieser künstliche Fuchsbau nur ein paar Hundert Meter von der Autobahnraststätte Aalbek befindet, ist aus Sicht des Krogaspers kein Zufall. „Es ist immer das Gleiche: Zur Urlaubszeit werden in hoher Zahl Tiere ausgesetzt.“

Eine Einschätzung, die man ganz in der Nähe in der Tierauffangstelle Neumünster so nicht bestätigen kann. „Es werden das ganze Jahr über mal mehr, mal weniger Tiere ausgesetzt, das ist sehr wechselhaft“, sagt Kristina Simon, „da ist in der Ferienzeit nicht zwingend eine Zunahme zu verzeichnen.“ In den vergangenen vier Wochen gab es in der Tierauffangstelle des Tierschutzvereins für Neumünster und Umgebung drei feline Neuzugänge: Zwei Katzen wurden in Transportboxen in verschiedenen Waldstücken der Stadt ausgesetzt, Katzendame „Lorina“ hingegen am 9. Mai in einem Wäschekorb direkt vor der Pforte des Tierheims. Dass Tierbesitzer ihre Katzen „irgendwo im Wald“ aussetzen, kann Kristina Simon nicht verstehen. „Ausgesetzte Katzen werden zunächst die Nähe des Menschen suchen“, vermerkt die Tierschützerin. Das „Verwildern“ sei ein langfristiger Prozess. „Kätzchen, die in der Natur geboren werden, können verwildern – da kann der erste Wurf schon gleich ziemlich wild sein.“

Wenn die Jäger in Krogaspe also verwilderte Katzen beobachten, dann sei das vermutlich mindestens die zweite Generation ehemals ausgesetzter Katzen. „Mir tun die ausgesetzten Katzen leid, weil die ja nicht wissen, wo sie hinsollen“, sagt Fürstenwerth, „wenn ich Leute beim Aussetzen erwische, werde ich die in Zukunft auf jeden Fall anzeigen.“ Was kann man tun? „Da kann man nur an die Tierhalter appellieren, es sich gleich zu Anfang gut zu überlegen, wenn sie sich eine Katze anschaffen“, meint Fürstenwerth. “

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