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Landeszeitung

18. Dezember 2017 | 23:59 Uhr

Jäger fordern Ruhezonen für Rotwild

vom

Hegegemeinschaft zeichnet Jakob Sievers für den besten Abschuss aus

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Elsdorf/Fockbek | Rotwildtrophäen schmückten den Versammlungsraum im Fockbeker "Schützenhaus", in dem die Rotwildhegegemeinschaft Elsdorf ihre Mitgliederversammlung abhielt. Neben respektablen Abwurfstangen und den Geweihen junger Stücke prangte an der Trophäenwand das Geweih eines etwa zwölfjährigen Hirsches. Es handelt sich dabei um einem 16-Ender, den Jakob Sievers aus Elsdorf-Westermühlen erlegte.

In der Zusammenkunft mit Teilnehmern aus allen Revieren der Gemeinschaft wurden erste Ansätze für das zukünftige Rotwildmanagement auf der Grundlage eines Forschungsprokjektes des Insitutes für Wildbiologie Göttingen und Dresden diskutiert. Wie Bernd Friedrichsdorf von den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Rotwildhegegemeinschaft erklärte, sei es durch die Ausstattung von Rothirschen mit Sendern gelungen, wertvolle Erkenntisse über deren Raum-Nutzungsverhalten zu erhalten. Als "spektakuläres Ergebnis" wertete Friedrichsdorf den genetischen Nachweis eines Austausches zwischen dem Rotwildvorkommen in Dänemark und der Rotwildhegegemeinschaft Elsdorf, obwohl die Wanderung der Hirsche über so große Entfernungen erschwert ist durch Hindernisse wie Straßen mit Wildschutzzäunen, Siedlungsflächen und weitere Landschaftszerschneidungen. Dem überwiegend nachtaktiven Rotwild ist es durch diese Erschwernisse kaum möglich, seinen arttypischen Lebenssrhythmus beizubehalten. Es zieht sich jetzt tagsüber in die Wälder zurück; in der Nacht verlässt es die Deckung zur Nahrungsaufnahme und zieht umher.

"Das Ziel eines künftigen Rotwildmanagements muss es sein, dem störempfindlichen Wild beruhigten Lebensraum durch Ruhezonen mit einem den ganzen Tag zur Verfügung stehendem Äsungsangebot zu schaffen", stellte Friedrichsdorf mit Nachdruck fest. Die erwünschte Folge wäre auch, so der Vorsitzende, die Verminderung von Wildschäden durch Verbiss und Schälen der jungen Waldbäume und in der Landwirtschaft.

Bedauert wurde in der Versammlung, das immer wieder prächtige Stücke Rotwild dem Straßenverkehr zum Opfer fallen. Wie zum Beispiel drei mittelalte Hirsche im letzten Jahr.

Außer mehreren jungen Hirschen, die in verschiedenen Revieren der Gemeinschaft erlegt worden waren, war es Jakob Sievers aus Elsdorf-Westermühlen vergönnt, einen "reifen", alten Hirsch zu schießen.

26 Jahre arbeitete Uwe Wichmann aus Fockbek im Vorstand der Gemeinschaft mit; Revierleiter Hans Boysen aus Lohe-Föhrden scheidet nach 13 Jahren ebenfalls aus dem Vorstand aus.

Die jagdmusikalische Abrundung des Abends bot die Jagdhornbläsergruppe Hohner Harde, die zurzeit für den Landesentscheid am 26. Mai in Appen und für den Bundes-Bläserwettbewerb am 9. Juni im Hessischen Kranichstein übt.

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