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Aukrug : Jacobs-Greiskraut: Das Übel mit der Wurzel ausreißen

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Samen der giftigen Pflanze überdauert jahrelang im Boden. In Aukrug waren 40 Helfer mit der Bekämpfung beschäftigt.

Das giftige Übel mit der Wurzel auszureißen: Das war das Ziel der mehr als 40 Helfer, die bei der Bekämpfung des Jakobs-Greiskrauts in der Nähe der Bünzau im Einsatz waren. Zum ehrenamtlichen Krautzupfen aufgerufen hatte der Verein für extensive Robustrinderhaltung im Naturpark Aukrug (Erna). Die Weidefläche der Kurt-und-Erika-Schrobach-Stiftung an der Bünzau, auf der eine 32-köpfige Auerochsenherde von Erna seit 2006 grast, ist 59 Hektar groß. Rund zehn Hektar davon sind vom Jakobs-Greiskraut befallen. „Das giftige Kraut war hier von Anfang an ein Thema, seit wir die Heckrinder hier angesiedelt haben“, stellte Ex-Naturschutzring-Chef Detlef Ratjen fest, „und der Schwerpunkt des Krautbefalls ist in Russland.“

Wobei „Russland“ die althergebrachte Bezeichnung für das zwei Hektar große Flurstück ist, auf dem Ratjen dem Jakobs-Greiskraut gerade im strömenden Regen mit vier fleißigen Helfern aus Syrien zu Leibe rückte. Wie schon bei den Freibad-Aufräumarbeiten zwei Wochen zuvor (wir berichteten), halfen die syrischen Flüchtlinge auch bei der Anti-Greiskrautaktion an der Bünzau tatkräftig mit. „Die Idee dabei ist, dass sie neue Leute kennenlernen und sich als Teil des Dorfs erleben“, erklärte Helga Hirschbiegel, „sie waren im Freibad mit von der Partie, helfen hier heute mit und sind nachher auch beim gemeinsamen Grillen mit dabei.“ Helga Hirschbiegel engagiert sich im Aukruger Flüchtlings-Freundeskreis und unterstützt die Syrer beim Zurechtfinden in deren neuer Lebenswelt: „Ich war schon mit ihnen bei der Bank, der Krankenkasse und beim Arbeitsamt.“

Adnan Fayed und seine beiden Söhne Rody und Renas sowie Yasir Zharif halfen mit, einen zwei Meter breiten Randstreifen rund um die „Russland“-Koppel vom Jakobs-Greiskraut zu befreien. Das Innere der Fläche wird wie in den vergangenen Jahren im Sommer und Herbst gemäht und die Mahd abgefahren: zu einer Entsorgungsdeponie (wie von 2009 bis 2013) oder zu einer Biogasanlage (wie 2014). Bei der Krautausreiß-Aktion am Sonnabend handelte es sich um eine Premiere. „Wir machen das zum ersten Mal bereits im Frühjahr“, erklärte Naturschutzring-Geschäftsführer Niklas Zander. Dass man die ganze Wurzel herausreiße, sei wichtig, Reste könnten wieder ausschlagen. Im Sommer lasse sich das Jakobs-Greiskraut leichter entfernen, aber: „Da hat man den Nachteil, dass die Pflanze blüht und Bienen rangehen, so dass womöglich Giftstoffe in den Honig gelangen.“

Die von den Aukruger Imkern im vergangenen Jahr zur Analyse eingeschickten Honigproben wiesen aber keine bedenklichen Belastungen auf. Ebenso giftfrei präsentierten sich bislang die Organe der geschlachteten Erna-Heckrinder. „Für die Auerochsen ist das Jakobs-Greiskraut überhaupt kein Problem“, vermerkte Zander, „die fressen drum herum.“ Warum ist die Bekämpfung des giftigen gelben Krauts so eine schwierige und langwierige Angelegenheit? „Weil die Pflanzen Tausende von Samen produzieren, und diese Samen jahrelang im Boden überdauern können“, erläuterte Zander, „seit 2007 haben wir verhindert, dass die Pflanzen hier neue Samen produzieren – und immer noch keimen Pflanzen von Samen aus, die aus der Zeit stammen, bevor wir diese Flächen übernommen haben.“

 

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