Italienische Opernseligkeit

Solisten und die Norddeutsche Sinfonietta unterstützten den Bachchor bei dem italienischen Abend.
Solisten und die Norddeutsche Sinfonietta unterstützten den Bachchor bei dem italienischen Abend.

Rendsburger Bachchor hat seine Qualität unter Mike Steurenthaler gesteigert

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30. Juni 2014, 11:58 Uhr

„Dieser Mann ist ein Geschenk für uns“, schwärmen nicht nur die weiblichen Mitglieder des Rendsburger Bachchors. Denn gemeinsam mit Mike Steurenthaler Werke der Kirchenmusik einzustudieren, bedeutet ein heiteres Klima und viel Vergnügen. Der Dirigent reist regelmäßig aus Hamburg an. Dem Italien-Verliebten ist es eine Herzensangelegenheit, seine Liebe zu diesem Land über die Musik in die Welt zu tragen.

Seit Steurenthaler mit dem Rendsburger Bachchor probt, ist die Zahl der Stimmen kräftig angestiegen. Erstaunlich, welche Qualität der Chor inzwischen erreicht hat. Gut merkbar beim Sommerkonzert, ausschließlich mit Werken italienischer Komponisten. Steurenthaler hatte seine Solisten – Annika Ritlewski (Sopran), Nicole Pieper (Mezzosopran), Harrie van der Plas (Tenor) und Sebastian Naglatzki (Bass) – mitgebracht, und damit den Bachchor und die Norddeutsche Sinfonietta ergänzt.

Leichtfüßiges Orchesterspiel mit italienischer Eleganz bestimmt die Erinnerung an Vivaldis „Gloria“. Mit beeindruckendem Orchesterklang, großer Ruhe und Sicherheit wurde hier „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Friede den Menschen guten Willens“ verkündet. Zum Wegschmelzen schön wirkte die Sopran-Arie „Domine Deus, rex coelestis“.

Etwa 150 Jahre später setzte Puccini für die „Messa die Gloria“ ein deutlich erweitertes und mit reichlich Bläsern besetztes Orchester ein. Insgesamt passte alles bestens zusammen, auch der „schwarze Bass“ des in seiner Figur eher schmächtig wirkenden Sebastian Naglatzki. Das war italienische Opernseligkeit.

Dazu passte auch der kräftige Nachdruck mit Pauken und Tuba im Credo: „Ich glaube an den einen Gott…“. Nicht ganz einfach für den Chor, gegenüber dieser großen Klangmasse des Orchesters die Balance zu halten. Lange Stille nach dem Ausklingen der letzten Töne, fünf Minuten Beifall. Dann schloss eine kurze Zugabe von Puccini den Bogen zum Anfang.

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