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Landeszeitung

23. August 2017 | 12:31 Uhr

Internationaler Einsatz im Wisentpark

vom

Workcamp führt Teilnehmer aus Europa und Asien in Kropp zusammen - gemeinsam gestalten sie Garten und Rundwanderweg

Kropp | 16 junge Menschen aus aller Herren Länder legen zurzeit im Kropper Wisentpark einen Natur- und Erlebnisgarten an. Die Helfer aus China, Südkorea, Italien, Frankreich, Spanien, England, Polen, Tschechien, aus der Ukraine, der Türkei und Deutschland im Alter zwischen 16 und 26 Jahren gehören einem internationalen Workcamp an. Sie richten Beete ein, setzen Zaunpfähle und wollen den lang geplanten Rundwanderweg durch das Wisentgehege realisieren.

Jonas Knapp ist 21 Jahre alt und studiert Physik in Cambridge in England. Er und die 20-Jährige Ann Carolin Wülker, eine Psychologie-Studentin aus Offenburg, leiten die Gruppe. Für Knapp ist dies nicht sein erstes Workcamp. Vor einem Jahr war er für neun Monate mit der Organisation Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) in Estland und hat dort in einem Kindergarten und mit Jugendlichen gearbeitet. "Diese Welt ist konträr zu meiner Uniwelt und es ist erholsam, den ganzen Luxus, den man zu Hause hat, einmal hinter sich zu lassen", sagt er.

Simay Karaman ist 17 Jahre alt und kommt aus Istanbul. Die Schülerin verbringt fast jeden Sommer in Deutschland, denn sie liebt Land und Leute, möchte andere Kulturen kennen lernen und in der Natur sein. Jüngster Teilnehmer ist der 16-jährige Daniele Di Lella aus Italien. Er besucht in Genua eine berufsbezogene Schule, die Kapitäne ausbildet. Seine Mutter hat die Anzeige der IJGD im Internet gelesen und ihn angemeldet. Er zahlt wie alle anderen Teilnehmer nur die An- und Abreise und eine Vermittlungsgebühr.

Ein Teil der Gruppe kümmert sich während des fünfstündigen Arbeitstages um den Rundwanderweg durch das Gelände und errichtet Zäune aus Naturmaterialien. Eine andere Gruppe arbeitet währenddessen an einer Kräuterspirale, legt einen Teich an und baut Insektenhotels. Angeleitet werden die Helfer von Hildegard Widowski, zweite Vorsitzende und Artenschutzreferentin des Vereins Weidelandschaften, und ihrem Team. Damit die Workcamp-Teilnehmer in ihrer Freizeit die Umgebung kennen lernen und auch einmal zum Kropper Schwimmbad oder ins Dorf fahren können, stehen Fahrräder bereit.

"Das Leben und Arbeiten im Workcamp hat die Gruppe zusammengeschweißt", sagt Gruppenleiter Knapp. Anfangs habe es noch Verständigungsprobleme gegeben. Doch das habe sich inzwischen gegeben. "Ich glaube, dass im Workcamp viele Freundschaften entstanden sind und diese über Facebook weiter gepflegt werden." Auch Hildegard Widowski ist mit dem bisherigen Verlauf des Arbeitseinsatzes zufrieden. "Viele Hände schaffen viel. Aber alles musste gut vorbereitet und eine Infrastruktur für die Teilnehmer geschaffen werden", erklärte sie. Die Kropper Pfadfinder stellten zwei Zelte zur Verfügung und die Bundeswehr verlieh Etagenbetten. Zudem kann im Bürogebäude die Küche mitbenutzt werden. Die sanitären Anlagen befinden sich in einem Container. Widowski überlegt schon jetzt, welches Projekt sie mit internationaler Hilfe im nächsten Jahr im Wisentpark angehen könnte.

Nach dem Ende des Workcamps am 10. August wollen einige Teilnehmer noch einen Urlaub in Europa dranhängen, bevor sie in die Heimat zurückkehren. Wer sich für dieses oder andere Projekte interessiert, findet weitere Informationen unter www.weidelandschaften.de und www.ijgd.de.

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erstellt am 07.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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