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Landeszeitung

21. November 2017 | 22:37 Uhr

Rendsburg : Ins Polizeirevier läuft Wasser

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Das Polizeirevier an der Moltkestraße kämpft mit einem undichtem Dach. Schleswig-Holstein investiert 1,8 Millionen Euro in die seit Monaten laufende Sanierung.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2017 | 12:23 Uhr

Das Polizei Rendsburg ist im Umbruch. Vor zwei Wochen wurde mit Rainer Tschirne (57) ein neuer Revierleiter vorgestellt. Doch nicht nur personell tut sich was: Seit Juli wird das Gebäude an der Moltkestraße auch energetisch fit für die Zukunft gemacht. Das Land bezahlt die 1,8 Millionen Euro teure Generalsanierung an der Außenhaut aus dem Energiesparprogramm „Profi“. Nachteil: Der Umbau ist mit Lärm verbunden, der mitunter sogar die laufenden Ermittlungen erschwert.

Neben der Fassade werden auch die Fenster erneuert. Große Teile des Gebäudes sind von einem Gerüst und Schutznetz umhüllt. Bis zum Frühjahr sollen die Arbeiter fertig sein. Für die Beamten kehrt dann hoffentlich wieder Ruhe ein. Denn mit Unterbrechungen ist das Revier bereits seit knapp zehn Jahren eine Baustelle. Und ohne Zwischenfälle gehen die aktuellen Arbeiten nicht vonstatten: Zwei Mal kam es bereits zu Wassereinbruch, zuletzt am vergangenen Montag. „Es floss von der Decke, der Teppich war klitschnass, und die Tapete kam von der Wand“, berichtet Ute Liebe, die stellvertretende Leiterin der Kriminalpolizei. Etwa zehn Büros mussten geräumt werden.

Der zuständige Mitarbeiter aus dem Gebäudemanagement des Landes bestätigt den desolaten Zustand der Bausubstanz. Das viergeschossige Gebäude sei eine „Energieschleuder“, sagt Diplomingenieur Metin Toksöz vom Gebäudemanagement Schleswig-Holstein, kurz GMSH. Er ist für die Umsetzung des „Profi“-Programms zuständig. Landesweit stehen ihm 35 Millionen Euro für 125 Bauvorhaben zur Verfügung. Toksöz erwartet sich von dem Eingriff am Rendsburger Reviergebäude eine Heizkosten-Einsparung von mindestens 30 Prozent. 345 Fenster werden ausgetauscht, auf 1100 Quadratmetern wird eine neue Fassade montiert. Außerdem wird das Dach anders gestaltet. „Das Gefälle wird von einer innen liegenden Entwässerung zu einer außen liegenden geändert“, erklärt Projektingenieurin Nicole Sandmann, die die Sanierung leitet. Mit diesem Kniff soll das Dach wartungsärmer werden, Wasserschäden sollen der Vergangenheit angehören. Die in Rendsburg stationierten Beamten, insgesamt 120 Mitarbeiter, sehnen ein Ende der Bauarbeiten herbei. Störungen des Arbeitsalltags durch Baulärm sind sie gewöhnt. Seit knapp zehn Jahren wird „mit kurzen Unterbrechungen in einer ständigen Baustelle“ gearbeitet, so Revierleiter Rainer Tschirne.

Seit 2008 gab es zwei Umbauten für besseren Brandschutz, ein neues Lüftungssystem wurde installiert, an der Heizung wurde geschraubt, der Eingangsbereich neu konzipiert und sicherer gemacht. Um die neuen Standards gegen Terror oder andere Angriffe von außen zu erfüllen, wurde die Wache mit einer doppelten Zugangskontrolle versehen, sagt Polizeikommissar Holger Apel. Vorher konnte jeder ungehindert das Gebäude betreten.

Speziell für die Beamten der Kriminalpolizei stelle der Lärm eine starke Belastung dar, da hauptsächlich vom Büro aus gearbeitet werde, erklärt Tschirne. Setzen die Handwerker Flex oder Bohrer an, ist es „so laut, da geht nichts mehr“, bekräftigt Ute Liebe von der Kripo. Vor allem sensible Gespräche, etwa mit Opfern von Sexualdelikten, könnten bei großer Geräuschkulisse nicht geführt werden. Mit den Baufirmen hat die Revierleitung deshalb feste Ruhezeiten vereinbart. Bei Verstößen kommt die Polizei.

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