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Landeszeitung

18. November 2017 | 02:20 Uhr

Innenansichten und Räucherfisch

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Maler Nikolaus Störtenbecker (77) zeigt im Kunsthaus Müllers bis Ende Oktober zahlreiche neue Werke / Ausstellung wird morgen eröffnet

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2017 | 10:57 Uhr

Neuer Realismus ist die Kunstrichtung, die Nikolaus Störtenbecker vertritt. In seiner Ausstellung im Kunsthaus Müllers an der Marienkirche zeigt der Maler 50 Ölbilder und sechs Holzschnitte. Eröffnet wird die Schau am morgigen Sonntag. Dr. Thomas Gädeke von den Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen spricht um 15 Uhr einführende Worte zu den Werken.

Kartoffeln, Äpfel, Fische – ein Teil der ausgestellten Bilder sind Stillleben. Wie die „Geräucherte Makrele“, die Störtenbeker in diesem Jahr gemalt hat. Bei vielen seiner Gemälde legt der Maler großen Wert auf einen oft ornamental gestalteten Hintergrund. Seerosen auf Teichen, Wildrosen und blühender Schwarzdorn sind weitere Motive der Ausstellung. Aber auch den Küstenlandschaften an der Ostsee widmet sich der Maler, der in Munkbrarup in Angeln lebt. Holnis und Holnismoor sind ebenso abgebildet wie eine „Landschaft bei Rendsburg“ und der Kanal bei Schacht-Audorf.

Auch Innenansichten seines Hauses hat Störtenbecker auf die Leinwand gebracht. „Nächtliches Wohnzimmer“ heißt eines seiner Bilder, das eine besondere Stimmung einfängt. Neben den Ölgemälden sind auch farbige Holzschnitte zu sehen. Diese stellt der Künstler nach einem japanischen Verfahren mit Farben auf Wasserbasis her. „Dadurch haben die Drucke einen aquarellhaften Charakter“, erklärte der Galerist Tom Müllers die Technik.

Für Störtenbecker (77) ist es bereits die dritte Einzelausstellung im Kunsthaus Müllers. Zudem wurden seine Bilder häufig in Gruppenausstellungen der Norddeutschen Realisten gezeigt. Störtenbecker studierte von 1960 bis 1965 an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. 1965 begründete er mit Dieter Asmus, Peter Nagel und Dietmar Ullrich die Gruppe „Zebra“, der er bis 1977 angehörte. Ebenfalls 1965 ging er mit einem DAAD-Stipendium nach London. Von 1973 bis 1974 hatte er ein Villa-Massimo-Stipendium in Rom. Nach einer zwischenzeitlichen Tätigkeit als Kunstlehrer an einem Flensburger Gymnasium arbeitet er seit 1977 erfolgreich als freier Maler und Grafiker.

Seit 1989 organisiert er thematische Pleinairs und ist einer der führenden Köpfe der „Norddeutschen Realisten“. Von 1996 bis 1998 lieferte er unter anderem Illustrationen für das FAZ-Magazin. Er ist Mitglied im Künstlersonderbund in Deutschland, der Künstler vereinigt, die für realistisch-gegenständliche Darstellungen in der Bildenden Kunst der Gegenwart stehen.

>Die Ausstellung ist bis zum 29. Oktober geöffnet. Dienstag bis Freitag, 10 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr, sonnabends und sonntags, 10 bis 14 Uhr.

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