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Ines Barber vertellt: „Wenn Kinner Flünken kreegen“

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ines Barber entdeckte 1999 ihre Liebe für die plattdeutsche Sprache und ist bekannt durch die Hörfunksendungen „Hör mal n’beten to“ oder „Zwischen Binnenland und Waterkant“. Die Autorin fesselte am Freitagabend rund 85 Zuhörer in der Hüttener „Schnackstuuv“. Hausherr Arne Schnack begrüßte die zahlreichen Besucher in dem ehemaligen Melkstall des umgebauten Gebäudes. Spritzig, witzig, und temperamentvoll wickelte die Platt-Vertellerin das Publikum in ihre Geschichten ein.

Der Alltag, wie ihn jeder kennt, mit den bestimmten Momenten die mal komisch und mal ernst zu sehen sind, ließ Ines Barber bildhaft vor die Augen ziehen. Das Thema der Lesung „Nieges Speel, nieges Glück“ war gut gewählt, wie ändert sich die Zeit wenn die Kinder „Flünken“, Flügel kriegen und das Haus verlassen. Loslassen ist das große Wort, „Kannst dat all dörch speelen vörn weg, avers liekers: Man ik bün ni so taff“ gibt Barber zu. Charmant und voller Selbstironie zeigt sie die Veränderungen in ihrem Leben auf. Der Ausweg, einen Ausgleich zu suchen, wenn Mama nicht mehr so gefragt ist, klar, die tollste Tante zu sein. Das ist eine Möglichkeit, wenn da nicht die Mutprobe auf dem Jahrmarkt im Kraken-Karussell wäre. „Weet’s ni ob dien Magen baven or ünner is.“ Da blieb kein Auge trocken, in rasantem Tempo findet sich das Publikum in vielen Lebenssituationen wieder.

Sabine Weber aus Eckernförde ist begeistert: „Ich kenne Ines Barber schon lange, sie ist wie sie ist. Ihre Lesung ist toll.“ In der Pause zeigt die Autorin keine Berührungsängste und hält gerne Klönschnack. Marlene Tenter-Jacobsen aus Fleckeby und Anne Biedermann aus Götheby sind das erste Mal bei einer Barber-Lesung: „Einfach köstlich, sie erzählt so aus dem Leben, wir kennen ihre Bücher und sind begeistert.“

Ines Barber beweist auch im zweiten Teil, dass sie eine glänzende Beobachterin des Alltags ist. Skurrile Gedanken vermischen sich mit der richtigen Portion Herzenswärme, aber auch für tiefsinnige Geschichten ist Platz. Das Lachen und der immer wieder um Zugaben bittende Applaus zeigten, dass Barber den richtigen Platt-Mix gefunden hat.


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erstellt am 28.Jan.2014 | 00:34 Uhr

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