Hilfe zur Selbsthilfe : Indiens Zukunft in Mädchenhänden

Zwischen Inderinnen im Mädchenhaus von  Anugraha:  Solveig Berghausen ist gebürtige Rendsburgerin. Ihr Vater Uve Hansen engagiert sich für  ein  Kinderheim in Benin.    
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Zwischen Inderinnen im Mädchenhaus von Anugraha: Solveig Berghausen ist gebürtige Rendsburgerin. Ihr Vater Uve Hansen engagiert sich für ein Kinderheim in Benin.  

Die gebürtige Rendsburgerin Solveig Berghausen gründete mit ihrem Mann „Lift“, einen Verein zur Unterstützung für Nonnen in Indien. Sie ließen einen Film drehen, der Sonnabend – am Weltfrauentag – in der Schauburg gezeigt wird.

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05. März 2014, 12:23 Uhr

Das Helfen liegt bei Solveig Berghausen in der Familie. Ihre Mutter Barbara Bruhn ist Mitbegründerin des Autonomen Frauenhauses. Ihr Vater Uve Hansen hat vor Jahren einen Verein zur Unterstützung eines Kinderheims in Benin ins Leben gerufen. Die gebürtige Rendsburgerin und ihr Mann engagieren sich in der Organisation „Lift - Zukunft für indische Mädchen“. Um die Hilfe anzukurbeln, ließen sie einen Film drehen – den Solveig Berghausen am Frauentag in der Schauburg präsentieren wird.

„Man hört so viel Schreckliches aus Indien“, sagt sie. „Aber es gibt auch Positives.“ Zum Beispiel die „Helpers of Mary“, katholische Nonnen, die sich überkonfessionell dafür engagieren, dass Mädchen aus armen Verhältnissen eine Schulbildung erhalten. Fast 60 Stationen mit rund 300 Schwestern gibt es in Indien. Unterstützt werden sie aus Deutschland von zehn Spenderkreisen. Die Hamburger Gruppe wurde 2009 von Solveig Berghausen und ihrem Mann Florian gegründet: „Lift“ wählten sie als Namen, weil er auch im englischsprachigen Raum verstanden wird. Lift im Sinne von hochheben, denn das Projekt bietet Hilfe zur Selbsthilfe.

Die Nonnen betreuen unter anderem Mädchenhäuser, in denen Kinder vom Land leben, damit sie eine Schule besuchen können. Zwar werden meist nur die Jungen zur Schule geschickt, doch „wenn die Eltern wissen, dass die Mädchen mal Geld verdienen werden, dürfen sie auch lernen“, weiß Solveig Berghausen. Im vergangenen Jahr war sie vor Ort, denn „Lift“ ließ einen 30-minütigen Dokumentarfilm drehen, der unter anderem den Weg von Connie schildert, die nach dem Tod ihrer Eltern zu den „Helfers of Mary“ kam und heute als 40-Jährige eine Schule mit 4000 Schülerinnen leitet.

„Die Nonnen sind selbstbewusste und patente Frauen“, schwärmt Berghausen. Und der Film transportiere eine fröhliche Stimmung, denn auffällig sei, dass die Menschen in Indien trotz aller Armut nicht jammern – im Gegensatz zu Deutschland. Die Richterin am Landgericht in Hamburg hofft, dass die bewegten Bilder Menschen im Norden zur Hilfe motivieren, denn die Unterstützerkreise benötigen dringend junge Mitglieder.

Die Mädchen in Indien sind jedenfalls hochmotiviert. Sie wissen, dass Bildung ihnen eine bessere Zukunft ermöglicht. Die Nonnen und ihre Unterstützer wissen, dass Mädchen die besseren Multiplikatoren sind: „Sie geben ihr Wissen an ihre Kinder oder andere weiter“.

Film in der Schauburg

Sonnabend, 8. März, 17-19 Uhr, Filmvorführung, Diskussion, Waffel- und DVD-Verkauf zugunsten von „Helpers of Mary“. Kartenvorbestellung: 04331/23777. Infos zum Projekt: www.liftindien.de; zu den Filmemachern: www.filmfreunde.tv

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