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Büdelsdorf : In Zukunft alles aus einem Guss

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Museumsbau wird vollständig entkernt und ein neues Ausstellungskonzept entwickelt. Bauarbeiten haben am Mittwoch begonnen.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 08:23 Uhr

Büdelsdorf | Zwei Jahre lang wurde nachgedacht und geplant, jetzt wird abgerissen und renoviert. Gestern rückten im EisenKunstGuss-Museum die Arbeiter an, um den 60er-Jahre-Bau zu modernisieren. Gleichzeitig wird an einer Neupräsentation der Ausstellung gearbeitet. "Ein echtes Schmuckkästchen", so die Verantwortlichen von der Stiftung Landesmuseen Schloss Gottorf, soll entstehen.

Eine einschneidende Veränderung ist bereits erkennbar: Von der Ahlmannallee aus fahren Baufahrzeuge auf das Gelände. Wo jetzt der Baustellenzaun steht, wird eine neue Einfahrt zu einem neuen Parkplatz entstehen. Dann müssen die Museums-Besucher nicht mehr im großen Bogen um das Museums-Gelände und durch das Wohngebiet fahren.

Acht Stellplätze wird es dann geben, erklärte gestern Harry Riediger, Leiter der Landesmuseen-Liegenschaften; einer davon wird Behinderten vorbehalten sein. "Inklusion ist ein wichtiger Gesichtspunkt", betonte Dr. Ulrich Schneider. Der Kurator des EisenKunstGuss-Museums wies darauf hin, dass die gesamte Ausstellung ebenerdig aufgebaut sein wird - und dass die Exponate nicht übermäßig empfindlich und daher "begreifbar" sein werden.

Wenn auch zwei Jahre seit der Schließung des Museum vergangen sind, "so waren wir nicht untätig", hob Pressesprecher Frank Zarp hervor. Es wurde eine umfangreiche bauliche Bestandsaufnahme gemacht und intensiv an einem neuen Vermittlungs-Konzept gearbeitet. Die Verantwortlichen wollen zwei Dinge unter einen Hut bringen: Das Erbe von Museumsgründerin Käte Ahlmann bewahren und das Museum in die Zukunft führen. Ein "behutsamer Umgang mit dem markanten Flachdachbau" sei vorgesehen. Für 2,2 Millionen Euro wird die umbaute Fläche von 500 Quadratmetern vollständig entkernt. Dach, Fußböden, Elektrik, Heizung werden komplett erneuert.

Eine viertel Million Euro ist für die Außenanlagen veranschlagt. Auch über das Atrium, den Innenhof, hat man sich Gedanken gemacht. Der Kranich-Brunnen wird in jedem Fall erhalten bleiben, ein Teil des Bodens wird gepflastert. Ein schöner Ort zum Ausruhen, da sind sich alle Beteiligten einig. Denn die Ausstellung soll vielfältig sein. "Dynamisch" lautet das Schlagwort von Dr. Ulrich Schneider. Früher standen zahlreiche Exponate in den Räumen, lediglich mit einer wenige Worte umfassenden Beschriftung versehen. Geplant sind in dem neuen Haus lediglich wenige, aber spannende Ausstellungsstücke. Solche, die eine Geschichte zu erzählen haben. Und dies geschieht dann mit Hilfe moderner Elektronik: Infrarotsensoren sorgen dafür, dass der Besucher auf einem Smartphone (das er an der Kasse ausgehändigt bekommt) jene Informationen aufgespielt bekommt, für die er Interesse angemeldet hat. Rund 50 ausgewählte Exponate sollen auf diese Weise beschrieben werden. Auch Animationen wird es geben - beispielsweise zum Kupol-Ofen. Denn wer weiß heute noch, wie dieser funktioniert? Unterstützung erhält Dr. Schneider dabei vom Förderverein Freundeskreis EisenKunstGuss-Museum. Dessen Vorsitzender Dr. Horst-Carsten Groth unterhält mit dem Verein Kontakte zu ehemaligen Carlshütte-Mitarbeitern in ganz Deutschland.

Bis Juni 2014 werden die Bauarbeiten voraussichtlich dauern. Davon profitieren zu 90 Prozent Unternehmen der Region, hieß es gestern. Sie hatten sich bei den Ausschreibungen durchgesetzt. Dann beginnt der Aufbau der Ausstellung. Einen konkreten Termin mochte Guido Wendt noch nicht nennen. Denn: "Qualität geht vor."

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