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Gesundes Essen : In sechs Doppelstunden zum Führerschein

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Drittklässler in Timmaspe lernen richtiges Kochen. Frauke Thode vom Landfrauenverein Hüttener Berge bringt den Kinder nicht nur die Zubereitung gesunden Essens bei, sondern auch richtiges Eindecken, Einkaufen und fördert dabei deren Teamfähigkeit.

Die kleinen Köchinnen und Köche haben ihre Schürzen umgebunden und Platz genommen. Vorher wurden die Hände gewaschen und die Kochutensilien aufgebaut. Eingeteilt in Gruppen und mit einem Rezeptheft bewaffnet warten sie auf die Leiterin des anstehenden Kochkurses Frauke Thode. Die gehört zum Landfrauenverein Hüttener Berge, ist zuständig für die Kreise Rendsburg-Eckernförde und Schleswig und bereits zum dritten Mal in Timmaspe.

Der Landfrauenverband hat sich zum Ziel gesetzt, die Verbraucherbildung als schulisches Regelangebot zu etablieren. Der Ernährungsführerschein des Agrar-Informationsdienstes ist dafür eine gute Grundlage. In diesem Projekt waren bisher in ganz Deutschland 285 Landfrauen in rund 2300 Grundschulen im Einsatz. Dafür gab es im Juni diesen Jahres den Bundespreis Verbraucherschutz von der Deutschen Stiftung Verbraucherschutz. „Die Kinder lernen mit dem Führerschein selbstständig zu entscheiden, wie sie sich gesund ernähren können“, erzählt Frauke Thode, „dazu gehört auch die Ernährungspyramide, und nebenbei lernen sie auch unseren Tisch-Knigge kennen, also das richtige Aufdecken.“ „Da die Kinder in Gruppen eingeteilt sind, die selbstständig arbeiten, müssen sie auch gegenseitig darauf achten, dass alles an seinem Platz ist“, so Thode weiter, „das heißt, hier wird auch die Teamfähigkeit erprobt.“

Inzwischen ist im Klassenzimmer Ruhe eingekehrt, die Leiterin begrüßt die Klasse, und ein vielstimmiges: „Guten Morgen, Frau Thode,“ eröffnet den Tag. Dann wird der Küchenfahrplan vorgestellt, die Kinder suchen zusammen, was benötigt wird, und es geht los. Franzie Klauß (8 Jahre) zum Beispiel ist es wichtig, soviel wie möglich zu lernen, „ damit ich endlich selber kochen kann“, sagt sie und lacht dabei. Da sind Rezepte wie: Kunterbunter Nudelsalat, Knackiger Gemüsespaß oder Lustige Brotgesichter. Aber auch das Abmessen der Zutaten, den Arbeitsplatz sinnvoll einrichten und das weniger beliebte Aufräumen und Abwaschen stehen auf dem Lehrplan.

Zum Abschluss gibt es eine schriftliche und eine praktische Prüfung, dann werden die Kinder der zweiten Klasse eingeladen, die das Kochergebnis essen dürfen. Erst dann gibt es den begehrten Führerschein. Auch Klassenlehrerin Carmen Schuler ist dabei. „Die Kinder sollen wissen, wie wichtig es ist, sich gesund zu ernähren“, sagt sie. Und dann ist da noch Marcel (8), der beim letzten Mal den Nudelsalat gemacht hat. „Als ich ihn mit nach Hause gebracht habe, hat Mama noch daran gerochen und ihn gut gefunden“, lacht er, „aber gegessen haben wir ihn dann doch nicht, Papa hat ihn mit zur Arbeit genommen.“ Wenn das kein Erfolg ist.


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erstellt am 30.Aug.2013 | 11:24 Uhr

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