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Landeszeitung

21. Oktober 2017 | 05:57 Uhr

In Rendsburg begann der Krieg von 1864

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Ausstellung erinnert mit zahlreichen Zeichnungen an den deutsch-dänischen Konflikt

von
erstellt am 27.Feb.2014 | 12:33 Uhr

Der Oberbefehlshaber über die preußischen und österreichischen Truppen war nicht mehr der Jüngste. Doch am Morgen des 1. Februar 1864 gab der 80-jährige Generalfeldmarschall von Wrangel in Rendsburg die Losung aus, die der Titel einer Ausstellung ist: „In Gottes Namen drauf“. Damit begann der Deutsch-Dänische Krieg, an den jetzt die Schau im Historischen Museum erinnert.

Der Krieg „war von nicht unerheblicher Tragweite für das Selbstverständnis beider Nachbarn und prägte weit bis ins 20. Jahrhundert hinein das nationale Bewusstsein beider Staaten“, stellt Museumsleiter Dr. Martin Westphal fest. Von den Kriegshandlungen selbst, die ihren Höhepunkt in der Schlacht von Düppel fanden, gibt es zahlreiche Zeugnisse. Denn die Auseinandersetzungen von 1864 markieren sozusagen der Beginn der Kriegsberichterstattung: Berichterstatter waren vor Ort. Fotografen reisten von Schlachtfeld zu Schlachtfeld. Und Zeichner fertigten detailgenaue Skizzen – auch in Rendsburg –, die europaweit in den illustrierten Zeitungen erschienen.

Von diesen Zeichnungen hängen etliche Exemplare in der Ausstellung, ermöglichen es, heute einen „Eindruck vom Horror des Kriegs“ zu erahnen, so Westphal und Ausstellungskurator Ulrich Schiers. Dass sie gezeigt werden können, ist fast ausschließlich privaten Sammlern zu verdanken. Und dass diese Quellen erschlossen werden konnten, wiederum den guten Kontakten von Ulrich Schiers, einem Kenner der Militärgeschichte. Inzwischen ist er Rentner und ohne sein Mitwirken wäre die Ausstellung nicht möglich gewesen, betont Westphal. Schiers verhandelte auch mit Lenka Hansen-Mörck vom Historischen Krug in Oeversee. Ein Schiffsmodell und ein Gemälde, das die Krankenversorgung in dem Gasthaus zeigt, waren seine Ausbeute. Erstmals waren im Deutsch-Dänischen Krieg zwei Beauftragte des Genfer Kreuzes, dem Vorläufer des Roten Kreuzes, vor Ort.

Orden, Säbel, Gewehre fehlen bei einem Kriegsthema natürlich nicht. Uniformen sind aber nur drei zu sehen. Der Grund: In den Kriegen von 1866 und 1871 wurden sie von den Soldaten aufgetragen. Soldaten, wie sie auf einer farbigen Illustration in der Rendsburg-Ecke der Schau zu sehen sind. „Erkennen Sie den Fehler?“, fragt Martin Westphal. Man sieht das Packhaus, eine Brücke über die Eider und Truppen, die von Norden kommen. Die Preußen und Österreicher zogen aber von Süd nach Nord – Richtung Missunde und Düppel.


Ausstellungseröffnung heute um

19 Uhr. Dauer: Bis 11. Mai.

Di.-Fr. 10-18, Sa.+So. 10-17 Uhr.

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