zur Navigation springen

Hilfe für Kinder : In kleinen Schritten die Armut lindern

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Der Kinderhilfsfonds des Deutschen Roten Kreuzes unterstützt mit bis zu 50 Euro pro Jahr benachteiligte Kinder und Jugendliche im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Kommt ein Kind im Winter ständig mit dünnen Klamotten zur Schule oder steht es beim Schwimm-Unterricht mangels Badehose immer nur am Rand, dann kann etwas nicht stimmen. In einigen Familien fehlt das nötige Geld, um dem Kind die Teilhabe in diversen Dingen in vollem Umfang zu ermöglichen. Mit seinem Kinderhilfsfonds steuert der Kreisverband Rendsburg-Eckernförde des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) nach Kräften dagegen. Es ist eine Hilfe der kleinen Schritte.

„Wir wollen keine neuen Laptops oder ähnliche Dinge finanzieren, sondern vielmehr dabei helfen, dass Kinder und Jugendliche nicht auf Grund fehlender finanzieller Möglichkeiten der Eltern gegenüber Gleichaltrigen benachteiligt sind“, erklärt die DRK-Kreisvorsitzende Inge Schade. Bis zu 50 Euro stellt der Kinderhilfsfonds pro Kind und Jahr zur Verfügung – aber nur aus konkretem Anlass und nur dort, wo staatliche oder sonstige Hilfen nicht vorhanden sind. Damit soll vor allem die Ausgrenzung der Kinder von bestimmten Aktivitäten vermieden werden.

Bei Ute Delfs in der DRK-Geschäftsstelle in Rendsburg laufen die Fäden zusammen. Gegründet wurde der Kinderhilfsfonds im Januar 2013. Im ersten Jahr wurden 22 Anträge auf Förderung gestellt, in diesem Jahr sind es bisher 25. „Es läuft ganz gut, könnte aber auch noch besser sein“, sagt Delfs. Die Anträge können nur von pädagogischen Fachkräften gestellt werden, also beispielsweise von Lehrern oder Erziehern. Ganz bewusst werden die Eltern nicht direkt mit einbezogen, damit das Geld auch definitiv dem Kind zugute kommt.

Das Team vom Kinderhilfsfonds versucht das Projekt in alle Kindergärten und Schulen des Kreises zu tragen. „Es muss in die Köpfe des pädagogischen Fachpersonals hinein und dort auch ankommen“, erklärte Inge Schade. Lehrern oder Erziehern falle es im täglichen Umgang mit den Kindern am ehesten auf, wenn Missstände bestehen.

Bis das Konzept aber an den Schulen und Kitas angekommen ist, dauert es manchmal eine Weile. Besonders gut habe es zuletzt vor den Sommerferien bei der Aukrugschule geklappt, als die DRK-Mitarbeiter direkt an einer Lehrerkonferenz teilnehmen durften und dort sofort Fragen bezüglich des Kinderhilfsfonds-Konzepts beantworten konnten. Dabei geht es speziell darum, in Einzelfällen möglichst schnell und unbürokratisch zu helfen. „Die Auszahlung soll möglichst zeitnah auf die Antragsstellung erfolgen“, betont Schade. Bei Grenzfällen, ob eine Förderung gerechtfertigt sei, werde schon einmal im Team diskutiert, sagt Ute Delfs, doch eines sei klar: „Im Zweifelsfall immer zu Gunsten des Kindes.“ Der Hilfsfonds sei aber nicht dafür gedacht, finanzielle Versäumnisse der Vergangenheit auszugleichen oder eine Klassenkasse aufzubessern, sondern kann beispielsweise die Kosten für Schulmaterial, das fehlende Taschengeld für eine Klassenreise oder die Zuzahlung zum Schulfrühstück übernehmen.

Die finanzielle Ausstattung stammt aus Spenden sowie aus Eigenmitteln des DRK-Kreisverbandes und von DRK-Ortsvereinen. „Alles Geld, was reinkommt, wird ausgeschüttet. Es fließt nichts in die Verwaltung“, betont Inge Schade. Für eine originelle Spende sorgte Vielseitigkeitsreiter und Olympiasieger Hinrich Romeike, der zugleich Schirmherr des DRK-Kinderhilfsfonds ist. Der Zahnarzt aus Nübbel versteigerte Hufeisen seines Turnier-Pferdes Marius, mit dem er 2008 zwei Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen gewann. Auch von anderen Organisationen und Institutionen wurde der Kinderhilfsfonds inzwischen bedacht, sodass Inge Schade sagen kann: „Wir kommen im Moment gut über die Runden und haben ein Polster, das uns positiv in die Zukunft blicken lässt.“

Um alle Schulen und Kindergärten des Kreises zu erreichen, legt sich das Kinderhilfsfonds-Team mächtig ins Zeug. Bei Interesse darf die Initiative aber auch von der anderen Seite ausgehen. „Schulen und Kitas können sich gerne bei uns melden und sich informieren lassen“, sagt Ute Delfs, die gerne noch mehr zu tun hätte: „Lieber einen Antrag zu viel stellen, als ein von einer Aktion ausgegrenztes Kind.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen