Angebot für Studenten : In Kiel studieren, aber in Rendsburg leben

Die Kaserne wird „umgekrempelt“: Schulen, Krankenhaus und Museum sollen mit Hilfe des Geländes erweitert werden. Außerdem ist ein Wohngebiet geplant.
Die Kaserne wird „umgekrempelt“: Schulen, Krankenhaus und Museum sollen mit Hilfe des Geländes erweitert werden. Außerdem ist ein Wohngebiet geplant.

Rotarier wollen junge Leute in die Kanalstadt locken, doch das Angebot an geeigneten vier Wänden ist klein.

shz.de von
15. Januar 2015, 10:20 Uhr

Rendsburg/Kiel | Die Stadt beleben, der Überalterung entgegenwirken, den demographischen Wandel elegant austricksen – das ist das Ziel des Rendsburger Arztes, Rotariers und Vorsitzenden des Verschönerungsvereins, Dr. Norbert Klause. Gemeinsam mit rotarischen Freunden will er Studenten aus Kiel davon überzeugen, in Rendsburg zu wohnen. Eines der Argumente: Die Wohnungskosten sind in Rendsburg deutlich niedriger als in der Landeshauptstadt. Dies bestätigen Fachleute. Für die Kaltmiete seien hier etwa 25 Prozent weniger zu bezahlen als in Kiel, sagt der Rendsburger Makler Ingolf Bädtker. Das Problem: Es gebe nur wenige Wohnungen, die für Studenten interessant sind.

Die Wohnungsanzeigen von Studenten lassen zwei Trends erkennen: Besonders begehrt sind Ein-Zimmer-Wohnungen mit 30 bis 40 Quadratmetern. Oder die klassische Drei-Zimmer-Wohnung mit mindestens 80 Quadratmeter, die sich drei junge Leute teilen. Bedingung: ein mindestens 16-Quadratmeter-Zimmer für jeden Bewohner, zudem eine geräumige Küche als Treffpunkt. Doch beide Wünsche lassen sich in Rendsburg nur schwer befriedigen. Zwar gibt es grundsätzlich ein Überangebot an Wohnungen, aber eben nicht in jeder Kategorie. „Ein-Zimmer-Wohnungen bekommen wir ganz schnell vermietet“, so Bädtker. Entsprechend wenige werden aktuell auf dem freien Markt angeboten. Bei den Drei-Zimmer-Wohnungen ist das Angebot zwar größer, doch die Wohnungen sind in der Regel für studentische Wohngemeinschaften zu klein. Bädtker: „Viele wurden in den sechziger und siebziger Jahren gebaut und haben eine Fläche von 65 bis 70 Quadratmetern“.

Doch möglicherweise gleichen die Vorzüge Rendsburgs diese Nachteile aus. Klause plant, am 18. März im Hohen Arsenal einen „Rendsburg-Tag“ auszurichten. Gemeinsam mit Volksbank-Vorstand Georg Schäfer und dem Foto-Designer Peter Rathmann will er Studenten mit Führungspersönlichkeiten der Rendsburger Wirtschaft zusammenbringen. Mit dabei ist der Präsident der Christian-Albrecht-Universität, Professor Dr. Lutz Kipp. Klause richtet den Blick in die Zukunft: „Wir müssen den Studenten zeigen, dass es auch in Rendsburg fantastische Möglichkeiten zum Arbeiten gibt.“

Einen finanziellen Anreiz gibt es ebenfalls. Norbert Klause und seine rotarischen Freude stellen aus eigener Tasche neun Stipendien für Studenten zur Verfügung, die sich für Rendsburg entscheiden: Gesamtwert: über 16.000 Euro.

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