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Deutschunterricht : In drei Monaten viele Fortschritte erzielt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Die Hohenwestedter Tafel bietet seit drei Monaten kostenlosen Deutschunterricht für Ausländer an.

Sie kommen aus Syrien, Tschetschenien, Afghanistan, Brasilien, Serbien und aus dem Irak: Die Teilnehmer des ehrenamtlichen Deutschunterrichts, der dreimal pro Woche im Gemeinderaum der Dreieinigkeitskirche stattfindet. Der kostenlose Deutschkursus für Ausländer ist ein Angebot der Hohenwestedter Tafel. Es ist kein Zufall, dass die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) ihren Gemeinderaum für den Unterricht zur Verfügung stellt, denn von der SELK ging 2006 auch die Initiative zur Gründung der Hohenwestedter Tafel aus. „Die Hohenwestedter Tafel hilft allen Menschen, die der Hilfe bedürfen“, betont SELK-Kirchenvorsteherin Margrit Steiner.

Etwa 70 Haushalte mit 140 Erwachsenen und 100 Kindern versorgt die Tafel jede Woche mit Lebensmitteln, die von den örtlichen Geschäften gespendet werden. „Auch immer mehr ausländische Kunden besuchen die Tafel“, stellt Margrit Steiner fest. 50 Ausländer gehören zur Stammkundschaft: 30 Erwachsene und 20 Kinder. „Die Verständigung mit ihnen klappt schlecht, denn viele kennen ja unsere Schrift gar nicht“, sagt Margrit Steiner: „Um hier zu helfen, hat die Tafel kostenlosen Deutschunterricht für Erwachsene organisiert.“

Als ehrenamtliche Lehrkräfte sind zwei Pensionäre im Einsatz: Ex-Grundschullehrerin Theodore Redinder und der ehemalige Realschullehrer Harro Steiner. „Der Unterricht gestaltet sich sehr schwierig, da nicht nur die Sprache erlernt werden muss, sondern auch die Schrift“, weiß Margrit Steiner. Harro Steiner erläutert: „Deshalb wird viel mit Bildern gearbeitet. Ich zeige ein Bild, sage das deutsche Wort dafür, und alle versuchen es nachzusprechen.“ „Das Sprechen ist ganz wichtig, fällt den meisten aber sehr schwer“, berichtet Margrit Steiner. „Wie geht es?“, „Ich heiße…“, „Ich wohne in…“: Das sind die grundlegenden Redewendungen, mit denen der Unterricht startet.

Saira aus Tschetschenien nutzt ein Übersetzungsprogramm auf ihrem Smartphone, um neu gelernte deutsche Begriffe für sich ins Russische oder für ihre Mitschüler ins Arabische zu übersetzen. „Die Teilnehmer haben schon viel gelernt“, bilanziert Theodore Redinger nach den ersten drei Unterrichtsmonaten: „Wenn ich das mit der Situation zu Anfang vergleiche, ist das ein himmelweiter Unterschied.“ Dass die Kinder der Asylsuchenden den Kursus „Deutsch als Zweitsprache“ an der Grundschule besuchen, hat positive Effekte auf die Sprachkompetenz der Eltern. „Wir merken bei der Lebensmittelausgabe, dass unsere Kunden Fortschritte machen und einige Sachen schon auf Deutsch benennen können“, freute sich Margrit Steiner.

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erstellt am 10.Feb.2014 | 16:49 Uhr

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