In diesem Jahr bereits 100 Katzen kastriert

Unterschlupf im Tierheim: Pflegerin Julia Meier kümmert sich um „Mascha“.
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Unterschlupf im Tierheim: Pflegerin Julia Meier kümmert sich um „Mascha“.

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13. November 2013, 00:31 Uhr

75 000 verwilderte, unkastrierte Katzen streunen nach Schätzungen von Tierschützern durch Schleswig-Holstein. Die Piraten-Partei setzt sich deshalb für ein vom Land finanziell unterstütztes Kastrationsprogramm ein. In Rendsburg und Umgebung haben sich Tierschützer der Katzen angenommen.

„Die Leute werfen uns die Katzen über den Zaun oder stellen sie in Kartons vor die Tür“, sagt Ina Bleß, Leiterin des Katzenhauses des Tierschutzvereins Rendsburg und Umgebung. Langsam füllt sich das Katzenhaus wieder. Aktuell sind 46 Tiere in der Obhut des Vereins, dessen Räumlichkeiten eigentlich nur für 30 Tiere ausgelegt sind. Allerdings sei die Situation noch nicht gravierend, so Bleß. Die Nachfrage nach den Tieren ist gering, eine Vermittlung findet im Moment so gut wie nicht statt.

„Das Problem sind die vielen freilebenden unkastrierten Katzen“, berichtet Marc Nadolny, Vorsitzender des Tierschutzvereins. Hinzu kommen noch die Hauskatzen, die frei herumlaufen und ebenfalls für Nachwuchs sorgen. Diese hohe Anzahl könne zum einen kein Heim aufnehmen, zum anderen wird man aufgrund der weiter steigenden Vermehrung der Katzen die Lage irgendwann nicht mehr in den Griff bekommen können. Deswegen begrüßt Nadolny die Idee der Piraten: „Es ist die Aufgabe der Kommunen und des Landes, uns zu unterstützen. Wir sind nicht in der Lage, die Kosten für die Kastrationen allein zu übernehmen“, sagt der Vorsitzende, dessen Verein sich hauptsächlich durch Spenden und Vermittlungsgebühren finanziert. Die Kastration eines Katers kostet um die 50 Euro, die einer Katze an die 100 Euro.

Die Tierhilfe Arche Noah hat in diesem Jahr um die 100 wildlebende Tiere kastrieren lassen. Der gemeinnützige Verein fängt die Tiere mit Lebendfallen, fährt zu Landwirten und bringt sie zum Kastrieren zum Tierarzt. Der ehemalige Hegeringsleiter Hohner Harde, Hermann Peters sagt, dass die Anzahl der verwilderten Katzen spürbar zurückgegangen sei, seitdem die Tierhilfe sich der Tiere angenommen habe. „Die geleistete Arbeit ist hervorragend“, sagt er.

Tierarzt Björn Bruhn bestätigt ebenfalls den Erfolg der Tierhilfe. Den Vorstoß der Piraten unterstützt er: „Es gibt kein vernünftiges Argument gegen Kastration. Es ist das einzige sinnvolle Hilfsmittel gegen die unkontrollierte Vermehrung.“ Auch aus gesundheitlichen Gründen für das Tier sei der Eingriff sinnvoll, da so zum Beispiel das Risiko von Tumorerkrankungen im Unterleib sinke.

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