Rendsburg-Eckernförde : In der Kreisverwaltung ist der Chef oft eine Frau

Hannelore Salzmann-Tohsche sieht die Kreisverwaltung auf einem guten Weg im Hinblick auf Frauen in Führungspositionen.
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Hannelore Salzmann-Tohsche sieht die Kreisverwaltung auf einem guten Weg im Hinblick auf Frauen in Führungspositionen.

Der Anteil weiblicher Führungskräfte ist auf knapp 38 Prozent gestiegen.

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13. Januar 2015, 12:03 Uhr

Immer häufiger ist der Chef eine Frau – zumindest in der Kreisverwaltung. Der Anteil von Frauen in Führungspositionen beträgt dort 37,5 Prozent. Das geht aus dem jüngsten Bericht zum Frauenförderplan hervor, der morgen dem Hauptausschuss vorgestellt wird.

Auf der Ebene der Fachbereichsleitungen – also direkt unterhalb des Landrats – beträgt die Frauenquote sogar 40 Prozent. In Zahlen: Zwei der fünf Fachbereichsleiter sind weiblich. Das betrifft den Chefposten des Fachbereichs 1, „Zentrale Dienste“. Der ist unter anderem für Personalfragen und Informationstechnik zuständig. Zudem wird der Fachbereich 4, „Soziales, Arbeit und Gesundheit“, von einer Frau geleitet.

„Im Vergleich mit anderen Kreisen muss sich Rendsburg-Eckernförde nicht verstecken“, sagt Hannelore Salzmann-Tohsche zu den Ergebnissen. Die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises hat den Bericht gemeinsam mit der Verwaltung ausgearbeitet. Tatsächlich: Im Nachbarkreis Nordfriesland ist die Quote mit 40 Prozent genauso hoch. Im Kreishaus Schleswig-Flensburgs hingegen sind nur rund 17 Prozent der Fachbereichsleitungen mit Frauen besetzt. Dort findet sich eine Frau unter fünf Männern wieder.

Eine Stufe darunter, bei den Fachdienstleitungen, beträgt der Frauenanteil im Kreis Rendsburg-Eckernförde noch 37,5 Prozent. Eine weitere Ebene tiefer steigt der Anteil wieder: Die Fachgruppenleitungen sind zu 39,13 Prozent mit Frauen besetzt. Daraus ergibt sich ein Anteil an weiblichen Führungskräften von 37,5 Prozent.

Die Ergebnisse seien zwar noch weit entfernt von den Vorgaben durch das Gleichstellungsgesetz, das eine Frauenquote von 50 Prozent vorschreibe, so Hannelore Salzmann-Tohsche. Und es ließe sich auch „ketzerisch die Frage stellen, weshalb der Frauenanteil in Führungspositionen nicht dem Anteil der weiblichen Beschäftigten insgesamt entspricht“. Doch seien die Zahlen als positiv zu betrachten. „Wir befinden uns auf einem guten Weg. Denn es ist nicht so, dass die weiblichen Führungskräfte aufgrund der Vorrangsregelung eingestellt wurden, sondern weil in der Vergangenheit transparente, vorurteilsfreie Bewerbungsverfahren eingeführt wurden“, sagt Salzmann-Tohsche. Neben der Beachtung von Formulierungsregeln spiele dabei zum Beispiel die Ermöglichung von Teilzeitstellen eine Rolle. Das müsse bereits in der Stellenanzeige deutlich werden, um niemanden auszuschließen. Überhaupt biete die Kreisverwaltung sehr flexible Arbeitszeitregelungen. Das sei auch für den privaten Arbeitsmarkt wünschenswert. Doch darauf habe sie keinen Einfluss, sagt die Gleichstellungsbeauftragte.

Die Mehrheit der Kreis-Mitarbeiter sind Frauen. Von insgesamt 685 Beschäftigten sind 468 weiblich, das entspricht einem Anteil von 68 Prozent. Das geht aus dem Förderplan hervor, der bis 2019 gelten und morgen (17 Uhr im Kreishaus) vom Hauptausschuss beschlossen werden soll. Hannelore Salzmann-Tohsche hält den Förderplan für wichtig, um Nachteile für Frauen im Arbeitsleben weiterhin abzubauen.

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