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Landeszeitung

17. August 2017 | 14:12 Uhr

Imland will Seniorenhäuser verkaufen

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Im Januar beginnen Verhandlungen mit der Stiftung Diakoniewerk Kropp und der Diakonie Altholstein / Alle Mitarbeiter werden übernommen

Die Imland GmbH will sich von ihren verlustreichen Senioreneinrichtungen trennen. Potenzielle Käufer gibt es bereits: Die Stiftung Diakoniewerk Kropp hat Interesse an den Seniorenhäusern in Eckernförde und Jevenstedt sowie am mobilen Pflegedienst „domobil“, das Diakonische Werk Altholstein mit Sitz in Neumünster will das Haus in Nortorf übernehmen. Die Verhandlungen beginnen im Januar. Imland-Geschäftsführer Dr. Hans-Markus Johannsen hofft auf einen Abschluss im April, spätestens jedoch bis zu den Sommerferien.

Gestern wurden die 210 betroffenen Mitarbeiter der Senioreneinrichtungen in Betriebsversammlungen in Eckernförde und Nortorf informiert. Aufsichtsratschef Thorsten Schulz sagte, dass die Mitarbeiter spürbar angespannt gewesen seien: „Jeder fragt sich, wie es für ihn persönlich weitergeht.“ Geschäftsführung und Aufsichtsrat versicherten nach ersten Gesprächen mit den diakonischen Unternehmen, dass alle Beschäftigten von den neuen Eigentümern übernommen werden und die Anstellungsverträge unverändert bleiben. Neue Mitarbeiter werden jedoch nicht zu dem bei Imland geltenden Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst angestellt, sondern zu Gehältern, die bei kirchlichen Einrichtungen üblich sind. Dies bedeutet Einstiegsgehälter auf dem jetzigen Niveau, aber weniger Steigerungen als bisher. Im Ergebnis sollen die Personalkosten mittelfristig gesenkt werden.

Das ist aus Sicht der Verhandlungspartner auch deswegen nötig, weil die Imland-Senioreneinrichtungen rote Zahlen schreiben. Der Verlust des vergangenen Jahres lag bei 800  000 Euro und steigerte das Gesamtdefizit der Imland-Gruppe auf 1,9 Millionen Euro. Mit Blick auf die Senioreneinrichtungen sagte Geschäftsführer Johannsen, dass Imland es in absehbarer Zeit nicht schaffen würde, die Seniorenhäuser ohne starke Einschnitte wirtschaftlich zu betreiben. Daher habe die Gesellschafterversammlung des Krankenhauses der Geschäftsführung den Auftrag erteilt, Gespräche über einen Verkauf aufzunehmen. Damit folgen die Imland-Verantwortlichen der Empfehlung einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Diese hatte die Lage in den Senioreneinrichtungen als kritisch eingeschätzt. Die Personalkosten lagen laut Gutachten zum Teil deutlich über den Pflegesätzen, die mit den Krankenkassen verhandelt worden waren.

Die diakonischen Unternehmen gehen davon aus, die Häuser in ruhiges Fahrwasser zurückzuführen, zumal die Pflegequalität und die Auslastung gut seien. Von den insgesamt 313 Pflegeplätzen seien durchschnittlich 270 belegt. „Wir haben gegenüber Imland den Vorteil, dass wir uns voll und ganz auf die Altenpflegeeinrichtungen konzentrieren und dabei Synergien nutzen können“, sagte der Geschäftsführer der Diakonie Altholstein, Heinrich Deicke. Im Haus in Nortorf gebe es einen größeren Sanierungsstau, aber dennoch sei es funktionsfähig. Man müsse aber darüber nachdenken, das Angebot zu ergänzen oder zu erneuern. Das gilt auch für das Haus in Jevenstedt, das die Kropper übernehmen wollen, wie der kaufmännische Vorstand Wolfgang Hauschildt verdeutlichte.

Nicht nur den Mitarbeitern wurde gestern Kontinuität versprochen. Die Verhandlungspartner betonten, dass sich die Bewohner der Senioreneinrichtungen auf die mit ihnen abgeschlossenen Pflege- und Betreuungsverträge verlassen können.

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erstellt am 19.Dez.2015 | 00:32 Uhr

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