Kliniken in Rendsburg und Eckernförde : Imland gerät in die roten Zahlen

Die Imland Klinik in Rendsburg.
Die Imland Klinik in Rendsburg.

Eingeweihte sprechen von einem Defizit über eine halbe Million Euro. Nicht nur die Tariferhöhung und die Verkehrssituation drücken das Ergebnis. Zur Imland GmbH gehören die Kliniken in Rendsburg und Eckernförde sowie drei Seniorenhäuser.

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04. Juli 2014, 06:30 Uhr

Die Imland GmbH ist in die Verlustzone geraten. Nach Angaben von Eingeweihten beträgt das aktuelle Defizit über eine halbe Million Euro. Geschäftsführer Martin Wilde äußerte sich am Donnerstag gegenüber der Landeszeitung zwar nicht zur Höhe des derzeit aufgelaufenen Verlustes, bestätigte aber, „dass 2013 ein ganz enges Jahr wird“. Zur Imland GmbH gehören die Kliniken in Rendsburg und Eckernförde sowie die Seniorenhäuser in Eckernförde, Jevenstedt und Nortorf. Hinzu kommt ein ambulanter Pflegedienst. Die Gesamtzahl der Beschäftigten liegt bei 2000.

Nach Angaben von Geschäftsführer Wilde haben mehrere Faktoren die geschäftliche Entwicklung negativ beeinflusst. Er nannte die „sehr hohe Tariferhöhung von drei Prozent für die Beschäftigten, die in keiner Weise gegenfinanziert worden ist“, sowie die angespannte Verkehrssituation in der Region Rendsburg. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres während der gleichzeitigen Teilsperrung der Rader Hochbrücke und des Kanaltunnels habe Imland pro Woche 75.000 Euro weniger verdient als erwartet. „Das summiert sich in einem Monat auf 300.000 Euro“, so Wilde. Bereits vor kurzem hatte unsere Zeitung darüber berichtet, dass die Krankenwagen aus Richtung Süden den Kanaltunnel meiden und stattdessen die Krankenhäuser in Neumünster, Heide oder Itzehoe ansteuern.

Die Gesundheitspolitik des Landes entwickelt sich laut Wilde ebenfalls zu einem Problem. „Das Land zieht sich zunehmend aus der Förderung zurück.“ Obwohl Kiel verpflichtet sei, bestimmte notwendige Investitionen zu 100 Prozent zu finanzieren, erhalte man tatsächlich nur 50 bis 70 Prozent. Zudem müssten die Imland-Kliniken in Vorleistung gehen. Die Zwischenfinanzierung kann dabei teuer werden. Bei einer neuen Intensivstation geht es nach Angaben des Krankenhauschefs um siebenstellige Beträge.

Angesichts dieser Entwicklung fragen sich Kreispolitiker, ob es sich Imland dauerhaft leisten kann, seine Seniorenhäuser zu betreiben. Insbesondere die Einrichtungen in Nortorf und Jevenstedt sollen ein Zuschussgeschäft sein. Hinter vorgehaltener Hand werden in den Gremien verschiedene Wege diskutiert. Eine Lösung zielt darauf ab, die Seniorenhäuser von der Imland-Gruppe abzutrennen und an einen anderen Träger zu übergeben. Entschieden ist aber noch nichts.

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde als Gesellschafter des Krankenhauses hat sich am Donnerstag mit der Situation befasst. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde im Hauptausschuss darüber beraten, Imland eine Stundung von Pachtzahlungen für dem Kreis gehörende Gebäude zu gewähren.

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