Baustelle : Im Tunnel noch immer Oster-Ruhe?

Das neue Hinweis-Schild - dieses Mal ohne Datumsangaben. 'Wi mokt dat' (Wir machen das), heißt es jetzt... Foto: höfer (2)
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Das neue Hinweis-Schild - dieses Mal ohne Datumsangaben. "Wi mokt dat" (Wir machen das), heißt es jetzt... Foto: höfer (2)

Pendler wundern sich über scheinbaren Stillstand auf der Großbaustelle und reagieren verärgert. Projektleiter: Es wird gearbeitet, nur nicht sichtbar.

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10. April 2013, 10:36 Uhr

Rendsburg | Es ist wieder Leben in der Stadt. Seit Montag sind die meisten Berufstätigen zurück am Arbeitsplatz. Auch an der Tunnelbaustelle bilden sich wieder Staus. Doch, nanu: Wo sind die Arbeiter, wo die Baufahrzeuge? Selbst gestern, als bei strahlender Sonne erstmals frühlingshafte Temperaturen erreicht wurden, befand sich die wichtigste Baustelle der Stadt weiter in postösterlicher Winterstarre - so wirkte es jedenfalls.

"Das stimmt so nicht", sagt Projektleiter Frank Bullerkist vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Kiel-Holtenau auf Anfrage der Landeszeitung. "In der gesperrten Tunnelröhre wird bereits seit Dienstag nach Ostern wieder gearbeitet." Menschen und Maschinen seien von außen nur nicht zu sehen, weil man unter anderem mit Betonarbeiten weit im Innern des Tunnels beschäftigt sei.

Wie berichtet, wird die Sanierung ein Jahr länger als geplant dauern - mindestens. Ein Grund sind überraschende technische Probleme. Laut WSA brachten Stahlteile im Betonboden, die in keinem Plan verzeichnet waren und auch bei Voruntersuchungen nicht auffielen, den Zeitplan durcheinander.

Unterdessen haben viele Pendler dafür kein Verständnis mehr und reagieren dünnhäutig, wenn dann auch noch kein Baufortschritt zu erkennen ist. LZ-Leserin Kirsten Löbzien verfasste eine gepfefferte E-Mail an die Zuständigen beim WSA Kiel. "Glauben Sie, dass die Dauer der Sanierungsarbeiten egal ist, jetzt wo Sie diese wegen ,Unvorhersehbarem auf frühestens Ende 2014 verlängert haben? Oder weil wir Autofahrer dort jetzt so schön unfallfrei im Stau stehen?", schrieb die genervte Autofahrerin. "Ich erwarte, dass werktäglich von 6 bis 22 Uhr an diesem so wichtigen und empfindlichen Verkehrspunkt gearbeitet wird. Schleswig-Holstein ist ein Flächen- und somit Pendlerland. Da ist ein unbehinderter Verkehrsfluss zur Existenzsicherung absolut notwendig!"

Und warum werden keine Sonderschichten geschoben, um verlorene Zeit gutzumachen? Das sei nicht zu finanzieren, entgegnet Bullerkist. Die Idee, auch nachts und am Wochenende arbeiten zu lassen, habe man schon in der frühen Planungsphase aus Kostengründen verworfen. Die meisten Arbeiten könnten ohnehin nicht parallel ablaufen, versichert der Projektleiter.

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